Mario Monti / Italien

Ehrgeizige Pläne

Monti will Konjunkturpaket verabschieden

Die Maßnahmen zur Wirtschaftsankurbelung werden am Montag vorgestellt.

Die Regierung Monti arbeitet an einem ehrgeizigen Konjunkturpaket, das am Montag zusammen mit einschneidenden Einsparungen vorgestellt werden soll. Strukturelle Reformen, Liberalisierungsmaßnahmen und Steuerbegünstigungen für Privatunternehmen, die in Großinfrastrukturen investieren, sollen die lahme Wirtschaft ankurbeln. In Städten und Gemeinden soll die Privatisierung kommunaler Tochterunternehmen forciert werden. Außerdem will die Regierung Immobilien in öffentlicher Hand privatisieren, womit sie in drei Jahren circa fünf Milliarden Euro eintreiben will.

Rezession droht

Italien droht laut Experten ein Abrutschen in die Rezession. "Wir erleben eine sehr schwierige Zeit, und es ist gewiss, dass wir eine Rezession riskieren", sagte der italienische Industrieminister Corrado Passera. Die Gründe lägen aber außerhalb, sagte der Minister und meinte damit die Abschwächung der weltweiten Konjunktur. Passera gab sich allerdings optimistisch: "Wir können, wie zu anderen Zeiten in unserer Geschichte, den Rest der Welt überraschen", sagte er und verwies dabei vor allem auf die Stärke der italienischen Firmen, die ihre Produkte in alle Welt verkaufen.

 Für die Regierung sei die Ankurbelung der Beschäftigung prioritär. "Das Problem der Arbeitslosigkeit ist viel schlimmer als aus den Statistiken hervorgeht. Es gibt eine riesige Zahl von Unterbeschäftigten, die einen beträchtlichen Anteil der italienischen Gesellschaft ausmachen", warnte Passera. Die Arbeitslosenrate beträgt nach letzten Istat-Angaben 8,5 Prozent. Dabei sei ein Drittel der Jugendlichen ohne Arbeit. Die Regierung werde sich um soziale Fairness bemühen, damit die Opfer zur Bewältigung der Krise gerecht verteilt werden, versicherte Passera.

Belastungen
Die Krise belastet vor allem Kleinunternehmen. Zwischen Juli und September 2011 wurden Italien-weit 2.207 Konkurse gemeldet, das sind 6,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2010. Seit 2008 seien 300.000 Jobs in bankrotten Unternehmen verloren gegangen. Konkursverfahren, die seit Beginn 2011 in die Wege geleitet wurden, betreffen 70.000 Arbeitnehmer, geht aus einer Studie des Wirtschaftsinstituts Cerved Group hervor.

Die Krise belastet auch traditionsgemäß solide Branchen wie die Pharmaindustrie. In diesem Bereich seien 80.000 Jobs gefährdet, warnte der Präsident des Verbands Farmindustria, Massimo Scaccabarozzi. Viele Großunternehmen seien zur Auslagerung in andere Länder gezwungen um Kosten einzusparen, was sich negativ auf die Beschäftigung in Italien auswirke.