Nach dem Zins-Schock: Angst um unser Geld

Wien

Nach dem Zins-Schock: Angst um unser Geld

Der Zins-Schock vom Donnerstag lässt Erspartes und die Altersvorsorge schmelzen.

Es war die schlimmste Nachricht für Sparer seit Jahren: Donnerstagmittag um exakt 13.45 Uhr verkündete Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins (zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen) in Europa auf magere 0,15 Prozent zu senken. So etwas gab es bisher noch nie!

Jeder wird jetzt 200 Euro verlieren
Die Minizinsen, die wir bald auch von unseren Banken bekommen werden, reißen Milliaren-Löcher in unser Erpartes und werden auch Auswirkungen auf unsere Altersvorsorge haben. Die Details:

  • 200 Euro Verlust. Sparen lohnt sich kaum mehr. Schon in wenigen Wochen werden wir für unser Vermögen auch in Österreich deutlich weniger Rendite bekommen. Experten rechnen damit, dass die EZB-Entscheidung jeden 200 Euro kosten wird!
  • Sparkonto. Für bestehende Spareinlagen gibt es schon jetzt nur Mini-Zinsen. Aber: Neukunden dürften schon sehr rasch einen neuen Zins-Schock spüren.
  • Altersvorsorge. Schon jetzt bekommt man in Österreich für seine Lebensversicherung nur einen garantierten Zinssatz von 1,75 Prozent. Ab 2015 sinkt er für neue Verträge auf nur noch 1,5 Prozent.
  • Schulden machen lohnt sich. Zumindest: Weil Kredite jetzt günstiger werden, wird es einfacher, sich Geld zu leihen. Auch Immobilien-Kredite werden billiger.

Fix ist: Der neue Zins-Tiefststand soll uns dazu bringen, nicht so viel Geld auf den Konten zu horten, sondern es auszugeben, was nun wiederum die Wirtschaft ankurbeln soll.

Experten zweifeln allerdings an dem Sinn des Schritts, denn die meisten Banken haben nach siebenjähriger Finanzkrise bereits jetzt ihre Zinsen gegen null reduziert.