Schweizer Bankiers: Krise noch lange nicht vorbei

Für den Banken- und Finanzsektor der Schweiz ist nach einem Ausblick der Schweizerischen Bankiervereinigung die Krise noch lange nicht vorbei. Es müsse mit weiteren Kreditausfällen gerechnet werden, hieß es in einem am 17.9. vorgelegten Bericht.

Der diesjährige Bankierstag gehöre zu den schwierigsten in der Geschichte des Schweizer Finanzplatzes, hieß es im Bankenbarometer 2009, das aus Anlass des Bankiertags veröffentlicht wurde.

Die Margen dürften sich daher nicht schnell erholen. So sank im ersten Halbjahr der Personalstand bei den Banken um 1,7 Prozent. Ende Juni zählten die Schweizer Banken 105.230 Beschäftigte, in Hochzeiten waren fast 200.000. Das Banken- und Finanzgewerbe in der Schweiz trägt etwa zu rund 15 Prozent zum BIP bei.

Eine leichte Erholung der Ertragslage sei in der Vermögensverwaltung und im Handelsgeschäft zu erwarten, hieß es in dem Bankenbericht. Trotz verringerten Risiken stünden nach wie vor einzelne problematische Investitionen in den Büchern der Banken. Dies könnte dem Investmentbanking erneut zusetzen, warnt die Bankiervereinigung.

Im ersten Halbjahr wurden keine Neugelder verzeichnet. Grund seien weitere Geldabflüsse bei der UBS. Die Großbank UBS gilt als europaweit am stärksten von der Finanzkrise betroffenes Institut. Kunden zogen in etwa gleich viel Geld von der UBS ab, wie die Nummer Zwei der Schweiz, die Credit Suisse, sowie mehrere Privat-, Kantonal- und Raiffeisenbanken und Auslandsbanken an Neugeldern erhielten.

Ende 2008 verwalteten die Schweizer Banken Kundenvermögen in Höhe von insgesamt vier Billionen Schweizer Franken (1,73 Billionen Euro). Im Krisenjahr reduzierten sich die in der Schweiz verwalteten Kundengelder - auch wegen der schlechten Lage an den Börsen - um einen Viertel.