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Weltbank warnt

Staatspleiten in Europa weiterhin denkbar

Laut aktuellem Weltbankbericht ist ein "Double Dip" nicht auszuschließen. Für die Weltwirtschaft wäre eine Staatspleite allerdings mit schweren Konsequenzen behaftet. Mögliche Pleitekandidaten sind Griechenland, Italien, Irland, Spanien und Portugal.

Die Weltbank hält es für möglich, dass einige Länder erneut in die Rezession rutschen. Sollten die Märkte ihr Vertrauen in die Bemühungen vor allem von europäischen Ländern, ihre Schulden in Griff zu bekommen, verlieren, sei ein sogenannter "Double Dip" nicht auszuschließen, heißt es in dem Bericht der Weltbank zu den wirtschaftlichen Aussichten.

Geringes Wachstum sei vor allem zum Schaden von Entwicklungsländern, da diese keine Märkte mehr für ihre Waren hätten oder Investitionskürzungen befürchten müssten.

Nachhaltigkeit gefordert

Die akute Phase der Krise sei überstanden, teilte die Weltbank mit. Die Herausforderung für die Länder bestünde nun darin, die Haushaltspolitik wieder auf ein nachhaltiges Niveau zu bringen.

Staatsbankrott durchaus möglich

Die Weltbank rechnet außerdem mit der Möglichkeit, dass ein europäischer Staat seinen Bankrott erklärt. "In der gegenwärtigen Situation ist alles möglich", sagte Weltbank-Ökonom Andrew Burns gegenüber der "Welt" (Donnerstag-Ausgabe).

"Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass solch ein Ereignis eintritt", sagt Burns. "Aber trotzdem müssen wir solch eine Situation durchspielen, um darauf vorbereitet zu sein." Als mögliche Kandidaten gelten bei der Weltbank die hoch verschuldeten Eurozonen-Länder Griechenland, Italien, Irland, Spanien und Portugal.

"Die vereinbarten Hilfen und die Pakete genügen, um die betroffenen Länder in den kommenden Jahren mit Liquidität zu versorgen", sagte Burns. "Ein Bankrott oder eine Umschuldung sind deshalb nicht notwendig. Aber die Höhe der Schulden ist so hoch, dass man sich möglicherweise für einen anderen Weg als eine Restrukturierung der Schulden entscheidet." Offenbar hält der Ökonom es für möglich, dass Regierungen sich bewusst für einen Staatsbankrott entscheiden, schreibt die Zeitung.

Solch ein Zusammenbruch könnte nach Ansicht der Weltbanker Banken in anderen europäischen Ländern ins Schwanken bringen und eine schwere weltweite Krise auslösen: Allein Banken in Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden halten Kreditforderungen gegenüber den fünf hoch verschuldeten Euro-Ländern im Gesamtwert von 1,4 Bill. Euro in ihren Büchern.

n vielen Ländern übersteigen diese Forderungen das Kapital der Banken. Sollte es zu solch einer - unwahrscheinlichen - Krise kommen, erwarten die Weltbanker, dass die globale Wirtschaft 2011 um 3,1 % schrumpft und 2012 noch einmal um 4,1 %.