30 Prozent wollen den Schilling wieder

Nach Stronach-Ansage

30 Prozent wollen den Schilling wieder

Stronachs Anti-Euro-Kurs hat eine breite Riege an Befürwortern in Österreich.

Mit Frank Stronachs Forderung nach einer Rückkehr zum Schilling ist die Euro-Diskussion wieder voll entbrannt. „Der Euro führt uns in den Abgrund. Wir müssen zurück zum Schilling. Je länger wir warten, umso schlimmer wird es“, hatte Polit-New­comer Stronach im ÖSTERREICH-Interview gesagt.

Wie sich zeigt, stößt er damit auf Unterstützung bei den Österreichern. Laut Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH sind 30 % dafür, dass wir bei weiteren Milliardenzahlungen an Schuldenstaaten aus dem Euro austreten.

Experten warnen: Unsere Wirtschaft würde crashen
Fast jeder Dritte hierzulande ist also dafür, dass Österreich den Schilling wieder einführt. Die meisten Euro-Gegner finden sich in der Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren. Vor allem FPÖ- und BZÖ-Wähler wollen zurück zum Schilling – hier wird Stronach mit seiner neuen Partei die meisten Stimmen abziehen.

Wirtschaftsexperten allerdings warnen eindringlich: „Ein Euro-Austritt Österreichs wäre wirklich gefährlich“, sagt Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer zu ÖSTERREICH.

Mit einer Rückkehr zum Schilling würde Österreich sich in die wirtschaftliche Isolation manövrieren, so Bruckbauer. Die Folgen: Einbruch der Exporte, Anstieg der Arbeitslosigkeit, Rezession. „Im EU-Verbund gilt Österreich als starkes Land – wenn wir allein austreten, ist das Vertrauen in uns dahin“, warnt Bruckbauer.

Auch Wifo-Experte Thomas Url betont: „Österreich profitiert vom Euro.“ Und daran, dass wir die bereits bezahlten Griechen-Kredite kaum wiedersehen, würde ja auch ein Euro-Austritt Österreichs nichts ändern.

Was eine Rückkehr zum, Schilling kosten würde, wird vom Wifo derzeit berechnet. Von der Bank Austria gibt es Kostenschätzungen für ein gesamtes Euro-Aus: „Für Österreich allein im 1. Jahr über 20 Mrd. Euro“, sagt Bruckbauer. „15 Mrd. Rückgang bei der Wirtschaftsleistung und daraus folgend rund 7 Mrd. weniger Steuereinnahmen.“

Umfrage: Jeder dritte Österreicher für Euro-Austritt:

Die Experten-Meinungen:

Bank-Austria-Chefökonom
„Ein Euro-Austritt wäre wirklich gefährlich. Ein Zurück zum Schilling würde das kleine Österreich in die wirtschaftliche Isolation treiben, die Folgen wären große Unsicherheit und eine Rezession. Österreich ist nun mal nicht die Schweiz!“

Wifo-Experte
„Österreich profitiert in hohem Maße vom Euro, ein Austritt könnte schlimme wirtschaftliche Folgen haben. Das Thema wird jetzt anscheinend vermischt mit den Transferzahlungen an die südlichen Länder. Daran, dass wir unsere Hilfskredite für Griechenland wohl nicht zurückbekommen, würde aber auch ein Euro-Austritt nichts ändern.“

Das passiert, wenn der Euro scheitert:


Ein Zusammenbruch der Währungsunion hätte schlimme Folgen, so die Wirtschaftsforscher. Zwei Jahre nach dem Euro-Aus wären alle Länder in tiefer Rezession. Zudem würde die Arbeitslosigkeit stark steigen.

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