Wohnen so teuer wie nie

+30 Prozent in 4 Jahren

Wohnen so teuer wie nie

Miete und Eigentum in Wien seit Jahren am teuersten.

Horrorzahlen vom Wohnungsmarkt: Mieten und kaufen werden immer unbezahlbarer.

Ausufernde Betriebskosten, immer höhere Preise für Mietwohnungen und kaum mehr leistbares Eigentum: Wohnen wird in Österreich immer mehr zum puren Luxus. Allein im letzten Jahr sind die Mieten bei uns zwei Mal so stark gestiegen wie die gesamte Jahresinflation und das sind längst nicht die beunruhigendsten Zahlen:

Wohnen kostet Familien ein Drittel des Einkommens
Laut ImmobilienScout24 sind in den letzten vier Jahren die Preise für eine Eigentumswohnung in Wien um 29,6 % angestiegen. Kein anderes Bild in Tirol: Hier gab es ein Plus von 28,8 % , in Salzburg eines  von 21,8 %.

Ebenfalls angespannt: Die Situation auf dem Häusermarkt. In Niederösterreich müssen Neo-Eigenheimbesitzer seit 2010 im Schnitt um 35,7 % mehr zahlen, in der Steiermark 31,9 %.

Laut Haushaltsbefragung EU-Silc geben Alleinerziehende in Österreich mit zwei Kindern und einem Haushaltseinkommen von 2.100 Euro bereits 44 % für Wohnkosten aus. Bei Familien sind es noch immer 27 %.

© tz
Wohnen so teuer wie nie

Um dem Mietpreis-Horror endlich Herr zu werden, stellte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) gestern eigens ein zwei Milliarden Euro schweres Wohnbau-Projekt vor.

Mitterlehner will 10.000 neue Wohnungen bauen

Wohnbau-Projekte sollen die die hohe Arbeitslosigkeit wieder absenken helfen.

Wien. Im Superwahljahr 2015 wollen beide Koalitionsparteien mit Wohnbau-Offensiven punkten. Aufgrund der teuren Mieten und hohen Arbeitslosen-Zahlen präsentieren sowohl SPÖ als auch ÖVP neue Programme:

n ÖVP investiert 2 Milliarden in privaten Wohnbau: Am Donnerstag legte ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner sein Konzept vor. „Das geplante Investitionsvolumen umfasst 2 Milliarden Euro“, sagte er. Damit sollen in den kommenden sechs Jahren 10.000 neue Wohnungen geschaffen werden – um eine Milliarde Mietwohnungen, um eine weitere Eigentumswohnungen. Diese sind über eine Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft frei finanziert. Die Refinanzierung erfolgt über Mieteinträge und Kauferlöse im „mittleren Preissegment“ – ohne Förderungen oder Sozialwohnbau.

n SPÖ bringt kommende Woche 6,5-Mrd.-Programm: Bei der Klausur der wahlkämpfenden Wiener SPÖ stellt SPÖ-Kanzler Werner Faymann kommende Woche in Rust seine Wohnoffensive vor: „Mehr Wohnungen, die gebaut werden, sind ein wichtiger Schritt auf der Angebotsseite“, so Faymann zu ÖSTERREICH. Konkret geht es um ein 6,5-Milliarden-Euro-Programm mit dem 30.000 günstige Wohnungen und 70.000 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Das Geld soll über günstige Kredite bei der Europäischen Investitionsbank kommen.

Zudem will Faymann „gesetzliche Rahmenbedingungen“ im Mietrecht mit einem „verständlichen Zulagensystem beim Mietzins“ schaffen.

Debora Knob