Walter Rothensteiner zeigt sich gelassen

Zweites Quartal lief für RZB besser als erstes

Für die Raiffeisen Zentralbank (RZB) ist das am 30. Juni zu Ende gehende zweite Quartal 2009 deutlich besser gelaufen als das erste Quartal, was die Bewertungen nach "IFRS & Co" betrifft. "Ich fürchte mich nicht vor der Halbjahresbilanz", sagte RZB-Chef Walter Rothensteiner. Zahlen nennt er noch nicht.

Weder in Österreich noch in Osteuropa werde der Halbjahresbericht für Panik sorgen, formulierte Rothensteiner im Klub der Wirtschaftspublizisten. Wie weit die Kreditrisikokosten, die im ersten Quartal drastisch gestiegen sind, weiter anwachsen, sagte er nicht. Der RZB-Chef präsentierte am 30. Juni die jetzt vorliegenden Zahlen 2008 für die Raiffeisen-Bankengruppe Österreich. Hiervon ist nur das Auslandsgeschäft der RZB ausgenommen.

Das kumulierte Betriebsergebnis in der Gruppe sei um 23 Prozent auf 3,94 Mrd. Euro angestiegen. Dagegen brach das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 59 Prozent auf 891 Mio. Euro ein. Unterm Strich (Jahresüberschuss nach Steuern) verlieb im ersten Finanzkrisenjahr ein Nettogewinn von 350 Mio. Euro (Vorjahr: 1,391 Mrd. Euro).

"Österreichischste" Bankengruppe in Österreich

Rothensteiner bezeichnete Raiffeisen als die "österreichischste" Bankengruppe in Österreich. Man sei kein zentral gesteuerter Bankkonzern. Das sei durchaus eine Stärke. "Bei uns wird nicht verordnet, sondern überzeugt". Der Wert der Marke Raiffeisen sei zuletzt mit 2,9 Mrd. Euro erhoben worden. Für den RZB-Boss nach eigenen Worten aber nebensächlich, weil er sie ja nicht zu verkaufen gedenke.

Die Bilanzsumme der Gruppe stieg 2008 um 12,3 Prozent auf 265,3 Mrd. Euro. Im Einlagen-Segment wurde per Ende 2008 ein Marktanteil von von 28,6 Prozent (2007: 27,8 Prozent) berichtet. Bei den Krediten meldet die Gruppe 24,6 (23,8) Prozent Marktanteil. Den "Gesamtkundenanteil" beziffert Raiffeisen in Österreich mit 38 Prozent.

"Wenn die Post in diesem Monat wieder 100 Filialen zusperrt, werden wir bei den Bankstellen wieder ein bis zwei Punkte zulegen", sagte Rothensteiner. Mit insgesamt 2.246 Bankgeschäftsstellen betreibt Raiffeisen knapp 44 Prozent aller Bankniederlassungen im Inland. Das sei heute schon das dichteste Filialnetz aller Banken. Per Ultimo waren im Inland 23.150 Mitarbeiter (plus 2,1 Prozent) beschäftigt. 1,7 Millionen Österreicher seien als Genossenschafter Mitglied einer Raiffeisenbank.