Handel erwartet sattes Plus für 2012

Überraschende Prognose

Handel erwartet sattes Plus für 2012

Laut RegioPlan lassen sich die Österreicher ihre Kauflaune nicht verderben.

Die Österreicher haben sich vom Krisengespenst ihre Kauflaune bisher nicht verderben lassen und sich sogar antizyklisch verhalten, nämlich weniger gespart und mehr Geld ausgegeben. Dies kam auch dem Einzelhandel zugute, der 2010 nominell um 2,9 Prozent zulegen konnte, wie der Berater RegioPlan errechnet hat. Die besten Wachstumsraten verbuchten der Mode- und Sportsektor sowie die Beauty- und Baumarktbranche. Einzig der Buchhandel schrumpfte. Heuer und nächstes Jahr muss sich der Handel keine Sorgen machen - RegioPlan erwartet für das laufende Jahr ein nominelles Wachstum von 3 Prozent und für 2012 ein Plus von 2,5 Prozent.

Überraschende Prognose
"Diese Prognose für 2012 mag vielleicht überraschen, wenn man bedenkt, dass allgemein von einem Einbruch der Konjunktur in der österreichischen Wirtschaft für das nächste Jahr gesprochen wird", so RegioPlan-CEO Wolfgang Richter am Mittwoch in einer Aussendung. Aus der Vergangenheit wisse man aber, dass die Entwicklung des Einzelhandels viel stärker von der subjektiven Konsumentenstimmung als von volkswirtschaftlichen Faktoren wie Arbeitslosigkeit oder BIP abhänge. Hohe Energiepreise, Zukunftsangst oder allgemeine Trends hätten da schon einen größeren Einfluss auf Kaufentscheidungen.

2010 haben Schuh- und Sportartikelhandel vom Wetter profitiert und konnten ihre Umsätze um je 5,2 Prozent steigern. Der Bekleidungshandel wuchs um 3,5 Prozent, Drogerien/Parfümerien um 2,9 Prozent und der Lebensmittelsektor um 1,9 Prozent. Als Krisengewinner erwiesen sich insbesondere Baumärkte (+2,9 Prozent) und Möbelhäuser (+2,3 Prozent): Aufgrund der Inflation und der Bankenkrise hätten viele begonnen, ihr Erspartes in Produkte des langfristigen Bedarfs sowie ins Eigenheim zu investieren, so Richter.

Weniger rosig sieht es im Buchhandel aus, der 2010 einen nominellen Umsatzrückgang von 0,9 Prozent hinnehmen musste. Schuld daran sind der Marktrückzug von Donauland sowie die Konkurrenz aus dem Internet (Amazon und Co.). "Zwar verbuchen die großen stationären Buchhändler, die auch Onlineshops betreiben, gute Umsatzsteigerungen, jedoch ist die Situation bei vielen der anderen filialisierten und organisierten Händler sowie bei den unternehmergeführten Einzelkämpfern schwierig", so RegioPlan. Im österreichischen Buchhandel ist der Anteil an filialisierten Geschäften mit 31,4 Prozent noch relativ gering. Der Umsatzanteil des Internethandels belief sich 2010 auf 17,5 Prozent nach 15,1 Prozent 2009.