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Österreicher verlieren am Sparbuch 6,2 Milliarden Euro im Jahr

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Auf Girokonten liegt der jährliche Verlust für Bankkunden sogar bei 13,6 Milliarden Euro. Denn die Kombination aus hoher Inflation und niedrigen Zinsen lässt das Ersparte der Österreicher dahinschmelzen.  

Auf Sparbüchern schmilzt das Vermögen schon seit Jahren dahin. Jedoch ist der Realzins, also der Zins am Sparbuch abzüglich der Inflationsrate, so negativ wie schon lange nicht mehr, wie eine Grafik der Agenda Austria zeigt. Im März 2022 lag der Realzins bei -6,7 Prozent. 

Österreicher verlieren am Sparbuch 6,2 Milliarden Euro im Jahr
© Agenda Austria
× Österreicher verlieren am Sparbuch 6,2 Milliarden Euro im Jahr

 

Geldvernichtung

So stark wie derzeit war die Geldvernichtung auf den heimischen Sparbüchern und Girokonten noch nie. Das Niedrigzinsumfeld gepaart mit der hohen Inflation ist Gift für die Österreicher, die noch immer Milliarden auf ihren Sparbüchern bunkern. Bleibt das so, verlieren die Menschen auf ihren Sparbüchern 6,2 Milliarden Euro im Jahr. Auf den Konten gehen sogar 13,6 Milliarden Euro verloren.

92,7 Milliarden auf Sparbüchern

Die Berechnung der Wertverluste wurde anhand von Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) aus dem Jahr 2021 vorgenommen. Insgesamt liegen laut OeNB 92,7 Mrd. Euro auf den Sparbüchern der Österreicher und 202 Mrd. Euro auf anderen Konten. 

Zinserhöhung wird nicht viel ändern

Zwar steht demnächst eine Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) an. Aber der Zinssatz liegt seit März 2016 bei 0,0 Prozent und wird nur moderat angehoben werden, gleichzeitig befindet sich die Inflationsrate bei rekordhohen 7,2 Prozent. Für die Sparer wird sich durch eine leichte Zinsanhebung also vorerst nicht viel ändern.

„Spätestens jetzt sollte man sich hierzulande endlich bewusst werden, dass das Sparbuch Verlust bedeutet. Langfristig ist es sinnvoll, sein Vermögen am Kapitalmarkt anzulegen“, so Agenda-Austria-Ökonomin Heike Lehner. 

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