Ex-Immofinanzboss Petrikovics steht zum Deal

Immofinanz-Aufsichtsrat wusste vom Buwog-Lobbying

Das Buwog-Lobbying von PR-Berater Hochegger ist im Aufsichtsrat der Immofinanz abgesegnet worden.

"Ich habe den Aufsichtsrat der Immofinanz AG von dem Angebot Hocheggers und der Absicht einer entsprechenden Vereinbarung unterrichtet", erklärte Ex-Immofinanz-Boss Karl Petrikovics im "Format".

Mit seiner Aussage belaste Petrikovics vier prominente Männer, so der Bericht. Denn zum Zeitpunkt des Buwog-Deals 2004 saßen der frühere Constantia-Packaging-Vorstand Helmut Schwager (Vorsitzender), Ex-Wienerberger-Chef Erhard Schaschl, Ex-Creditanstalt-General Guido Schmidt-Chiari und der millionenschwere Frantschach-Erbe Michael Kaufmann im Aufsichtsrat der Immofinanz AG.

Mit der Zahlung einer Vermittlungsprovision für den Erfolgsfall seien die Kontrollore einverstanden gewesen. Auch ausgewählte Aufsichtsräte der börsenotierten Immofinanz-Tochter Immoeast AG sollen über das Buwog-Lobbying informiert gewesen sein, schreibt "Format", darunter etwa Herbert Kofler, der seit 1. Oktober 2003 im Immoeast-Aufsichtsrat sitzt und als "Doktorvater" von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser gilt.

Uni-Professor Kofler bestreitet das in dem Magazin: "Ich kenne weder Peter Hochegger noch Walter Meischberger", den ehemaligen FPÖ-Generalsekretär und laut Steuer-Selbstanzeige weiteren Nutznießer des Millionenhonorars.

Unterdessen erstatteten nun Mitglieder des Konsortiums, das 2004 von der Republik das Bundeswohnungspaket, darunter die Buwog, erworben hat, Strafanzeige wegen Verleumdung gegen Petrikovics wegen dessen Behauptung, die übrigen Mitglieder der Bietergruppe seien an den von der Immofinanz getätigten Provisionszahlungen beteiligt gewesen. "Dies ist unwahr", hält die RLB OÖ als damaliger Konsortialführer fest. Deshalb erstatte das Konsortium nun Strafanzeige gegen Petrikovics.