Monika_Rosen

Geht der Rallye die Luft aus?

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Nach der sensationellen Erholung im Vorjahr geriet die Rallye an den Weltbörsen heuer zu Jahresbeginn etwas ins Stocken. Zu vielfältig waren die Themen, von Griechenland bis Bankenreform in den USA und ersten Zinsschritten in Asien, als dass die Anleger nicht ein wenig Kasse bei risikoreicheren Anlagen gemacht hätten. Mit Fortschreiten des 1. Quartals kehrte der Mut aber wieder zurück, die Rallye fasste wieder Tritt.

Obwohl wir keineswegs blind für die Risken im Markt sind, halten wir die Flucht in die Qualität, also die zwischenzeitliche Outperformance der Staatsanleihen, nicht für nachhaltig und bleiben in dem Segment untergewichtet, da sowohl in den USA als auch in der Eurozone die ultra-expansive Geldpolitik langsam auslaufen wird.

Ein erster Schritt in diese Richtung wurde in den USA mit der Anhebung des Diskontsatzes ja bereits gesetzt. Dazu kommt, dass die staatlichen Konjunkturprogramme in den Industrieländern in den nächsten Jahren finanziert werden müssen, was für reichlich Angebot bei Staatsanleihen sorgen wird.

Bezüglich unserer Zinsmeinung ist zu sagen, dass wir einen ersten Zinsschritt in den USA erst zu Beginn des nächsten Jahres sehen, die EZB sollte danach folgen.

Innerhalb des Rententeils bevorzugen wir hingegen weiterhin Unternehmensanleihen bester Bonität, auch wenn wir für heuer nicht mehr die exzellenten Performancezuwächse erwarten, die das Segment im Vorjahr abgeliefert hat.

Aktien: Die nach wie vor reichliche Liquidität treibt die Anleger immer wieder in risikoreichere Anlageklassen, sodass sich der Markt – allen Unsicherheiten zum Trotz – robust zeigt. Wir bleiben dennoch, oder vielleicht deshalb bei unserer Aussage, Aktien neutral zu gewichten.

Die markante Erholung an den Börsen im heurigen Frühjahr zeigt, dass das Umfeld für Aktien bzw. risikoreiche Anlageformen insgesamt immer noch günstig ist. Wir bestätigen daher unsere grundsätzlich positive Haltung zu Aktien. Dennoch kann man, gerade nach den Anstiegen der letzten 12 Monate, kurzfristige Rückschläge nie ausschließen, weshalb wir derzeit bei einer neutralen Gewichtung bleiben.

Auch bei den einzelnen Regionen innerhalb des Aktienteils nehmen wir derzeit eine neutrale Haltung ein. In Europa bevorzugen wir den deutschen Aktienmarkt, da der schwächere Euro die Exporteure unterstützen sollte. Wir haben auch die Emerging Markets auf “neutral” reduziert; deren Aussichten sind zwar langfristig weiter positiv, aber erste Schritte zur Zinsanhebung (Indien) könnten sie anfällig für kurzfristige Korrekturen machen. Zum US-Aktienmarkt sind wir ebenfalls neutral, da er breit diversifiziert und defensiv ist.

Sektoren: In Europa bevorzugen wir Spätzykliker und exportorientierte Werte, außerdem Energie und Substanzwerte mit hohen, verlässlichen Dividendenrenditen. USA: die stärkere Erholung verlangt nach Industrieunternehmen, Technologie, Energie. Bei vielen Unternehmen liegt die Dividendenrendite derzeit über der Rendite ihrer Anleihen.

Rohstoffe: Wir nehmen eine langfristig positive Haltung zu Rohstoffen ein, da sie ein Play auf die konjunkturelle Erholung und einen langfristigen Schutz gegen Inflation darstellen. Anleger, die sich für Rohstoffe interessieren, möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass diese Anlageklasse häufig zu sehr starken Kursauschlägen neigt.

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