IWF optimistisch für Konjunktur weltweit

Der IWF hat seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft wegen der stärkeren Erholung in den USA, Japan und den Schwellenländern angehoben. Allerdings schaut der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Unbehagen auf die hohe Staatsverschuldung in vielen Ländern.

"Die Hauptsorge ist, dass der Spielraum für politisches Handeln in vielen Industriestaaten weitgehend erschöpft oder stark eingeschränkt ist", teilte der Fonds am Mittwoch in Washington mit. Deshalb sei die Erholung in vielen Ländern anfällig für neue Schocks. Der Konjunkturausblick sei außergewöhnlich unsicher.

Mittelfristig müssten die meisten Industrieländer ihre ausufernden Staatsdefizite in den Griff bekommen. IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard warnte vor einer "Schulden-Explosion". Im laufenden Jahr sollten Finanz- und Geldpolitik zwar noch für Impulse sorgen. Im nächsten Jahr müssten die Industriestaaten aber weitgehend mit der Haushaltskonsolidierung beginnen, einige sogar eher.

Der IWF geht davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt heuer um 4,2 Prozent zulegt. Im Jänner hatte er nur plus 3,9 Prozent veranschlagt. Im Krisenjahr 2009 hatte es mit 0,6 Prozent das erste Minus der Nachkriegszeit gegeben. Für 2011 erwartet der IWF wie bisher ein Wachstum von 4,3 Prozent.

Ein Grund für mehr Optimismus sind die Fortschritte in den beiden größten Volkswirtschaften USA und Japan. Für die USA erwartet der Fonds ein Wachstum von 3,1 (bisher: 2,7) Prozent in diesem und 2,6 (2,4) Prozent im nächsten Jahr. Für Japan werden in diesem Jahr 1,9 (1,7) erwartet.

Für den Euroraum rechnet der Fonds im laufenden Jahr unverändert mit einem Zuwachs um 1,0 Prozent. 2011 sollen es 1,5 (1,6) Prozent sein. Wegen der Schuldenkrise in Griechenland sieht der IWF den Aufschwung in den anderen Eurostaaten bedroht.