Ein kräftiges Wachstum der wichtigen Cloud-Sparte verhilft Oracle zu einem überraschend starken Quartalsergebnis.
Erstmals seit mehr als 15 Jahren seien Umsatz und Gewinn in Dollar gerechnet jeweils um mehr als 20 Prozent gestiegen, teilte der SAP-Rivale am Dienstag mit.
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Die Konzernerlöse legten den Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar zu. Das Cloud-Geschäft wuchs doppelt so stark. Der bereinigte Überschuss stieg um 21 Prozent auf 1,79 Dollar je Aktie. Auch der Auftragsbestand übertraf mit 553 Milliarden Dollar die Analystenprognosen. Er hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als vervierfacht. Für das laufende Vierteljahr stellte der US-Konzern eine Fortsetzung dieses Trends in Aussicht. Der Gesamtumsatz werde voraussichtlich um 19 bis 21 Prozent und die Cloud-Sparte um 46 bis 50 Prozent wachsen. Beim Gewinn peilt Oracle einen Wert zwischen 1,96 und zwei Dollar an.
Anleger erleichtert
Anleger reagierten erleichtert auf diese Zahlen. Die Aktien des Unternehmens stiegen im nachbörslichen Handel an der Wall Street um mehr als sieben Prozent. Einige Investoren hatten in den vergangenen Monaten gezweifelt, ob sich die milliardenschweren Ausgaben für neue Rechenzentren für Oracle auszahlen würden. Das Unternehmen hat neue Aktien im Volumen von 20 Milliarden Dollar ausgegeben und will weitere bis zu 30 Milliarden Dollar neue Schulden aufnehmen.
Anleihegläubiger verklagen Oracle daher wegen angeblicher Täuschung über den KI-Kapitalbedarf vor einem US-Gericht. Aktuell belaufen sich die Verbindlichkeiten des Konzerns auf rund 100 Milliarden Dollar. Sorgen bereitet Börsianern zudem die große Abhängigkeit vom ChatGPT-Entwickler OpenAI, dessen Aufträge sich auf insgesamt rund 300 Milliarden Dollar summieren.