Eigentlich wollte die EU am kommenden Mittwoch über den AUA-Verkauf an die Lufthansa entscheiden. Jetzt könnte der EU-Entscheid aber womöglich doch wieder verschoben werden. Überhaupt: Der gesamte Deal hängt am seidenen Faden.
Für Mittwoch hat die EU-Kommission ihre Entscheidung über den Verkauf der AUA an die Lufthansa angekündigt. Ob aber tatsächlich an diesem 1. Juli grünes Licht aus Brüssel für den Deal kommt, ist fraglich. Schon einmal wurde die Prüffrist um zwei Wochen verlängert - möglicherweise wird Brüssel die Entscheidung jetzt wieder nach hinten verschieben, wie der "Standard" berichtet.
Zuletzt mehrten sich die Signale, dass der Deal in Brüssel durchgehen wird – zumal die Deutschen auf einigen Strecken Zugeständnisse an Konkurrenten gemacht haben sollen.
Knackpunkt Auflagen
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und
welche Auflagen die EU erteilt. Brancheninsider mutmaßen, dass die Lufthansa
bei zu harten Beschränkungen abspringen könnte. Kranich-Chef Wolfgang
Mayrhuber rechnet aber „eigentlich nicht“ mit Auflagen aus Brüssel, wie er
der Süddeutschen Zeitung sagte. „Das wäre auch nicht einzusehen, wenn wir
Landerechte abgeben müssten, weil wir ja schon ein Gemeinschaftsunternehmen
mit Austrian Airlines betreiben und dafür bereits mit Auflagen bezahlt
haben“, so Mayrhuber.
2011 operativer Gewinn
Die Lufthansa leidet selbst stark unter Passagierrückgang wegen der Wirtschaftskrise und muss ihr Sparprogramm verschärfen. Dass er die defizitäre AUA trotzdem haben will, begründet Mayrhuber so: „Eine gesunde Airline gibt es nicht zu kaufen. Also können wir nur jemanden übernehmen mit guter Grundsubstanz und einem starken Heimatmarkt.“ Der Lufthansa-Chef strebt an, dass eine grundsanierte AUA 2011 wieder einen operativen Gewinn einfliegt. Neben der kartellrechtlichen Genehmigung muss die EU im Übrigen auch noch ihr Okay zum 500-Mio.-Staatszuschuss an die AUA geben.