Erfolg mit Kinderfilm

"Wickie" bringt Constantin wieder schwarze Zahlen

Constantin Medien hat dank Kassenerfolgen wie dem "Wickie"-Film und guten Geschäften im Sport- und Eventmarketing im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Überschuss belief sich auf 3,6 Mio. Euro, teilte das Unternehmen mit. Vor einem Jahr stand wegen hohen Abschreibungen noch ein Verlust von 127 Mio. Euro zu Buche. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal auf 128,5 von 109,3 Mio. Euro.

In den ersten neun Monaten fiel unter dem Strich jedoch noch ein Minus von 2,9 Millionen Euro an - nach einem Fehlbetrag von 126 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Constantin Medien AG berichtete. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern bei einem Umsatz von einer halben Milliarde Euro aber mit einem Gewinn in einer Größenordnung zwischen drei und fünf Millionen Euro.

Dabei profitiert der Konzern von Einnahmen aus einem Rechtsstreit mit früheren Vorständen der Vorgängerfirma EM.TV. Die Versicherungen hätten sich in zwei Vergleichen bereiterklärt, insgesamt 57 Millionen Euro zu zahlen, sagte ein Sprecher. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung Mitte Dezember müssen die Aktionäre diesem Ergebnis aber noch zustimmen. Ohne den Sondereffekt könnte Constantin sein Jahresziel nicht halten.

Constantin Medien war aus einer Dreier-Allianz der Medienfirma EM. Sport, der Filmfirma Constantin und der Schweizer Highlight Communications hervorgegangen. Der Umsatz des neuen Konzerns mit rund 1000 Beschäftigten stieg infolge der Verschmelzung bis Ende September um mehr als 130 Millionen Euro auf 356,3 Millionen Euro. Dazu trug unter anderem das Filmgeschäft bei, während das Sportsegment mit dem Sender DSF weiter unter dem rückläufigen Werbemarkt litt. "Der Sportbereich ist unser einziges Sorgenkind", sagte der Sprecher. Die Sparte habe das Ziel deutlich verfehlt. Erst vor zwei Wochen hatte der Konzern die Umbenennung von DSF in Sport1 angekündigt und hofft unter dem neuem Namen auf eine Wende.

Am Mittwoch hatte die Constantin Film AG zum letzten Mal nach der Verschmelzung ihre Zahlen bekanntgegeben. Das Unternehmen konnte den Umsatz trotz Erfolgen wie "Wickie und die starken Männer" nur minimal auf 167,2 Millionen Euro steigern. Der Gewinn ging im Vorjahresvergleich um gut drei Millionen auf 8,1 Millionen Euro zurück. Da das Unternehmen als eigenständige AG von der Börse genommen wurde, werden die Zahlen künftig nicht mehr separat veröffentlicht.

Probleme bereitet weiterhin die Sportsparte mit dem Sender DSF. Der Geschäftsrückgang und Kosten für die Sanierung werden Constantin 2009 mit einem Betrag im unteren zweistelligen Millionen-Bereich belasten. Dem stehen voraussichtlich Einnahmen aus einer Einigung mit Manager-Haftpflichtversicherungen gegenüber, die den Verlust im Sport-Geschäft mehr als wettmachen sollte, hieß es.