Wissenschaftsjournalist Manfred Jochum gestorben

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Manfred Jochum, der Doyen des österreichischen Wissenschaftsjournalismus, ist heute, Freitag, 67-jährig nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Jochum war von 1998 bis 2002 Hörfunkintendant, von 2002 bis 2007 Vorsitzender des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten. Er setzte sich unermüdlich für die verständliche Vermittlung von Wissenschaft ein.

Jochum wurde am 21. April 1942 in Wien geboren. Er absolvierte das Lehramt für Volksschule und war als Sozialpädagoge tätig. Parallel dazu schloss er ein Studium der Erziehungswissenschaften, Psychologie und Geschichte ab, anschließend arbeitete er mehrere Jahre als Universitätsassistent und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. 1976 trat er als Redakteur für Wissenschaft und Bildung in den ORF-Hörfunk ein. 1983 baute Jochum die Redaktion des "Radiokolleg" auf, deren Leiter er bis 1992 war. Danach übernahm er die Leitung der Radiohauptabteilung "Gesellschaft, Bildung, Wissenschaft". Von 1998 bis 2002 war er Hörfunk-Intendant. 2002 schied er auf eigenen Wunsch aus dem ORF aus.

Jochum wurde u.a. mit dem Staatspreis für Wissenschaftspublizistik (1982) und dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2001) ausgezeichnet. 2006 erhielt er für sein 2003 erschienenes Buch "Bis uns Hören und Sehen vergehen. Stolpersteine auf dem Weg zu einer neuen Medienwirklichkeit" (Verlag Kremayr & Scheriau) den Staatspreis für Erwachsenenbildung. 2007 wurde dem Journalisten und Publizisten der Berufstitel Professor verliehen.

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