Mehr Kooperation zwischen ORF und privaten Medien kündigt ORF-Stiftungsratschef Heinz Lederer im oe24.TV-Interview an.
Die Konkurrenz durch US-Tech-Konzerne ist am österreichischen Medienmarkt spürbar. Im oe24.TV-Interview kündigt Heinz Lederer, der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrates, jetzt eine gemeinsame österreichische Streaming-Plattform an, um besser gegen die US- Riesen bestehen zu können.
Konkret will Lederer, dass auf dieser Plattform sowohl Inhalte des ORF als auch privater Medien angeboten werden.
"Kooperationsmöglichkeiten ausreizen"
„Wir sollten die Kooperationsmöglichkeiten zwischen ORF und anderen österreichischen Medien ausreizen, damit wir gemeinsam mit der österreichischen Plattform gegen die Tech-Konzerne reüssieren können“, so Lederer auf oe24.TV. Dabei geht es auch um gemeinsame Vermarktung und gemeinsame Online-Werbung.
Laut dem ORF-Stiftungsratschef geht es um „mehr Kooperation mit den Privaten, ohne dass wir uns etwas wegnehmen, sondern so dass wirklich eine Win-Win-Situation für alle schaffen.“ Zuletzt gab es 2,7 Milliarden Euro an Werbeabfluss an US-Tech-Giganten, gibt Lederer zu bedenken.
ORF-Generaldirektor wird heuer neu gewählt
Heuer wird auch der ORF-Generaldirektor gewählt. Der amtierende ORF-Generaldirektor, Roland Weißmann, dürfte wohl erneut antreten. Das sagt Lederer zu Weißmann: "Ich arbeite hervorragend mit ihm zusammen."
"Ich rechne ihm hoch an, dass er diesen Ethikkodex gemacht hat, wo wir alle darauf achten, dass die Nebenverdienste nicht ins Exorbitante wachsen."
Weißmann habe "viel auf der Positivseite", sagt Lederer, merkt dann aber an, dass er doch für einen anderen Kandidaten stimmen könnte: "Nur wie gesagt, das Beste oder das Bessere, ist immer der Feind des Guten."
Haushaltsabgabe in Höhe von 750 Millionen Euro
Der ORF kassiert 750 Millionen Euro Haushaltsabgabe. Das ist mehr als zehnmal so viel wie alle privaten Medien an Medienanförderungen im Land erhalten. Lederer sagt dazu: "Der Verfassungsgerichtshof hat die Haushaltsabgabe als Demokratiebeitrag bezeichnet. Ja, ich gehe davon aus und ich bin persönlich auch überzeugt, wir brauchen die Haushaltsabgabe. Beim Demokratie-Monitor sagen auch 67 Prozent, also mehr als zwei Drittel, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine zentrale Funktion hat."