Bieterwettstreit um Opel ist weiter offen

Merkel rechnet mit Opel-Verkauf im Herbst

Die deutsche Kanzlerin Merkel rechnet mit einem Abschluss des Opel-Verkaufs im Herbst. "Die abschließende Unterzeichnung des Vertrags war seit langem für den Herbst geplant, nur das vorläufige sogenannte Signing des Vertrages soll noch im Sommer stattfinden", sagte die Kanzlerin dem deutschen Automagazin "auto motor und sport".

Im Rennen um Opel sind noch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der Finanzinvestor RHJ. Wie lange die Verhandlungen noch dauerten, ließe sich nicht abschätzen, sagte Merkel. "Wir haben es als deutsche Regierung auch nicht allein in der Hand, denn Opel gehört GM - und GM weitgehend der US-Regierung. In der Hand haben wir nur, ob das Ergebnis der Verhandlungen unsere Unterstützung findet."

Der Opel-Mutterkonzern General Motors wiederum sieht erhebliche Hindernisse für eine Übernahme durch Magna. Das von Magna zuletzt vorgelegte Angebot sei im Hinblick auf Patentfragen und das GM-Russlandgeschäft nicht umsetzbar, schrieb der Verhandlungsführer des US-Konzerns, John Smith, in einem Blogbeitrag am Dienstagabend. Die Verhandlungen mit Magna würden fortgesetzt, um die Probleme zu beseitigen. Magna wollte dies auf APA-Anfrage nicht kommentieren, verwies aber darauf, dass Smith in dem Blogbeitrag auch festhielt, dass die Differenzen nicht unlösbar seien.

Dagegen sind die Verhandlungen mit dem Finanzinvestor RHJ aus Sicht von GM offenbar abgeschlossen und der Vertrag unterschriftsreif. Das Angebot von RHJ habe eine einfachere Struktur und könne leichter umgesetzt werden, schrieb der Verhandlungsführer. Die Pläne von RHJ würden weniger Staatshilfe erfordern und die globalen Allianzen von GM nicht beeinträchtigen.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat indessen vor einem Einstieg von RHJ bei Opel gewarnt. Damit drohe die Gefahr, in wenigen Jahren wieder an den ehemaligen Mutterkonzern General Motors überzugehen.