Porsche arbeitet an Teilentschuldung

Michael Macht wird neuer Porsche-Chef

Wendelin Wiedeking wird also doch seinen Chefsessel bei Porsche räumen müssen: Laut dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" haben sich die Eigentümerfamilien auf einen Nachfolger für den umstrittenen Porsche-Chef geeinigt. Michael Macht, bisher Produktionsvorstand bei Porsche, wird künftig die Porsche AG führen.

Aktuell werde über die Modalitäten des Ausscheidens von Noch-Porsche-Boss Wendelin Wiedeking verhandelt. Der 48jährige Nachfolger des langjährigen Porsche-Chefs gilt in der Branche als hochqualifizierter Fertigungsexperte, der in der Porsche-Produktion jährlich große Effizienzsteigerungen erreichte. Außer ihm kam im Porsche-Vorstand niemand für die Wiedeking-Nachfolge in Betracht.

Offen ist noch, wer Wiedekings Posten als Vorstandsvorsitzender der Porsche Automobil Holding übernehmen soll. Die Holding wird künftig an Einfluss verlieren. Nach einem Verkauf der Porsche AG an den VW-Konzern dürfte sie nur noch die Beteiligung der Familien Porsche und Piëch verwalten.

Mit der Entscheidung geht das monatelange Ringen um die Übernahme von VW durch Porsche zu Ende. Der mit rund zehn Mrd. Euro hochverschuldete Sportwagenhersteller hat sich bei der geplanten Übernahme von Europas größtem Autobauer übernommen und sucht derzeit händeringend neues Geld. Schon seit Tagen hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass Wiedeking im Kampf um die Zukunft von Porsche den Kürzeren ziehen könnte.