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Modeketten: Aus für Gratis-Sackerl?

Um Plastiktüten zu sparen, überlegen Modeketten über ein Aus für Gratis-Tüten.

Weg vom Plastik hin zu nachhaltigen Materialien. Das ist momentan der Trend und mittlerweile bei vielen auch schon im Alltag angekommen. Dann nimmt man in den Supermarkt eben ein Stoffsackerl oder den geliebten Einkaufskorb mit. In Zukunft kann es aber auch sein, dass im Weidenkorb nicht nur mehr Milch oder Eier landen, sondern auch T-Shirt, Jeans oder Jacken.

Neue EU-Richtlinie: weniger Tütenverbrauch
Damit mehr Menschen auf den Kunststoffbeutel verzichten, planen die Modeketten ein Aus für Gratis-Tüten. Grund ist eine neue EU-Richtlinie, die vorschreibt, dass ab 2025 jährlich nur noch 40 Plastiktaschen pro Kopf benutzt werden dürfen. Europaweit liegt der Schnitt derzeit bei fast 200 pro Kopf.

H&M und Deichmann an Bord
Vorerst wird die Diskussion in Deutschland geführt. Hier hat der Handelsverband Deutschland (HDE) eine Änderung vorgeschlagen und „zahlreiche Großunternehmen sind schon dabei“, so der Verband.
Das schwedische Modelabel H&M denkt laut einer Sprecherin darüber nach einen Kostenbeitrag für die Tüten einzuführen. Und auch die Schuhkette Deichmann prüfe „verschiedene Varianten“, so ein Sprecher.

„Kaschmirpulli nicht im Weisenkorb“
Nicht alle sind begeistert von dem Vorschlag. So glaubt zum Beispiel Jürgen Dax vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels, dass dies Kunden eher abschreckt. Ihm wäre es lieber, wenn eine solche Regelung seitens der Politik eingeführt werde, in Form eines Gesetzesbeschluss. „Dann könnten die Mitarbeiter sagen: „Beschweren Sie sich in Berlin, wir können nichts dafür.” Außerdem bräuchten Schuhe, Leder und Schmuck Schutz gegen die Witterung. „Ich kann in einen noch so schönen Weidenkorb keinen Kaschmirpulli knuddeln”, sagt Dax.

Wirksam?

Das deutsche Bundesumweltministerium prüft derzeit noch die Wirksamkeit der Vorschläge. Sollte sich dieses System bewähren, wird die Diskussion sicher auch bald unsere Regierung erreichen.