Es wurde mehr, aber nicht genug investiert

Peinlich

Österreich verfehlt Ziel bei Forschungsausgaben

Zehn Jahre lang hat Österreich angelehnt an das Lissabon-Ziel der EU versucht, seine Forschungsausgaben bis 2010 auf 3 % des Bruttoinlandsprodukts zu steigern, und nie erreicht.

Trotz deutlich verfehlten Ziels konnten die Forschungsaufwendungen in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesteigert werden: Seit dem Jahr 2000 (4,028 Mrd. Euro) haben sich die F&E-Ausgaben nahezu verdoppelt, der Anteil am BIP stieg in diesem Zeitraum von 1,94 % auf 2,76 %. Gegenüber dem Vorjahr (7,546 Mrd. Euro) sind die Aufwendungen um 3,4 Prozentpunkte gestiegen, die Forschungsquote allerdings nur marginal um 0,03 Prozentpunkte.

Von den gesamten Forschungsausgaben kommen 43,3 % (3,38 Mrd. Euro) von der Wirtschaft und 41,2 % (3,22 Mrd. Euro) von der öffentlichen Hand, wobei der Bund 2,74 Mrd. Euro bereitstellt, die Bundesländer rund 389 Mio. Euro, der Rest stammt von sonstigen öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden. 15 % (1,17 Mrd. Euro) werden vom Ausland finanziert. Dieses Geld stammt überwiegend von mit heimischen Firmen verbundenen europäischen Unternehmen, die Österreich zum Forschungsstandort gewählt haben, und von Rückflüssen aus EU-Forschungsprogrammen.

Die F&E-Ausgaben der heimischen Unternehmen, die 2009 rückläufig waren, stagnieren heuer bei 3,38 Mrd. Euro. Ein Wert, der in etwa dem Niveau von 2007 entspricht. Bei den F&E-Aufwendungen des Auslands, die 2009 um 5,4 % zurückgegangen sind, rechnen die Statistiker mit einem neuerlichen Rückgang um 0,6 %.