Der große Shopping-Ansturm blieb aus

Kein Einkaufs-Exzess

Der große Shopping-Ansturm blieb aus

Die Kunden verhalten sich verantwortungsbewusst und shoppen zielgerichtet 

Auch am zweiten Einkaufstag nach dem harten Lockdown, der auf den Marienfeiertag gefallen ist - traditionell ein verkaufsstarker Tag für den Handel - ist es in Wien ruhig zugegangen. "Es ist mäßig viel los. Eigentlich hätten wir uns mehr erwartet. Ich würde jetzt nicht sagen ruhig, ich würde sagen normal", beschrieb Margarete Gumprecht, Handelsobfrau in der Wiener Wirtschaftskammer, im APA-Gespräch am frühen Nachmittag die Lage in den Einkaufsstraßen und Shoppingcenter.
 
© APA/HANS PUNZ
Der große Shopping-Ansturm blieb aus
× Der große Shopping-Ansturm blieb aus
 

Wenig Spontankäufe

Die Kundinnen und Kunden würden sich diszipliniert verhalten und nicht länger als notwendig in den Geschäften verweilen: "Die Kunden wissen gezielt, was sie brauchen, sie sind sehr konkret. Sie haben sicher schon in der Zeit vorher recherchiert, was sie möchten." Menschen, die einen Einkaufsbummel machen würden, gebe es ihrer Wahrnehmung nach kaum bis nicht: "Diese Spontankäufe, die es früher gegeben hat, wird es heuer, glaube ich, definitiv nicht geben."
 
Besonders gefragt seien aktuell Unterhaltungselektronik, der digitale Spielebereich, Fernseher, Handys, Computer, Drucker und Druckerpatronen, zählte Gumprecht auf. Außerdem werde viel für das eigene Zuhause gekauft - "um es sich zu Hause gemütlich zu machen". Dies sei definitiv ein Trend. Überdies wären auch - je nach Lage - Uhren und Juwelen gefragt, verwies die Spartenobfrau auf diesbezüglich erhaltene Rückmeldungen.
 
Grundsätzlich nehme sie, Gumprecht, aber wahr, dass die Menschen einerseits sparsamer seien, oder aber mit Bedacht wertvollere Geschenke und qualitativ hochwertige Waren kaufen würden. Ihre Prognose bis Weihnachten: "Wenn es so weitergeht, werden wir die durch den Lockdown verlorenen drei Wochen wahrscheinlich nicht aufholen."

Innenminister sagt "Danke"

Im Bezug auf die ersten beiden Tagen der Geschäftsöffnung zieht Innenminister Karl Nehammer eine erste positive Zwischenbilanz: „Die Menschen in Österreich haben sich bisher in dieser herausfordernden Phase wirklich außergewöhnlich gut verhalten.“
 
Die Landespolizeidirektionen haben bisher zwar von mäßigen bis hohen Frequenzen in den Einkaufsstraßen berichtet, allerdings kam es bisher zu keinen besonderen Vorfällen. Die Disziplin der Menschen wird in allen Teilen Österreichs als sehr hoch beschrieben. Bisher kam es lediglich vereinzelt zu Verwaltungsübertretungen. „Das zeigt ein hohes Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen. Ein wirklich starkes Signal der Bevölkerung – dass wir gemeinsam gut durch die Vorweihnachtszeit kommen können“, so Nehammer.
 
„Ich will wirklich ein großes Danke sagen - an alle die sich so vorbildlich an die Maßnahmen halten und das Motto „schau auf dich, schau auf mich“ damit mit Leben erfüllen. Sie beweisen Verantwortung füreinander und zeigen, dass unsere Gesellschaft ein unglaublich starker Zusammenhalt auszeichnet“, so der Innenminister.