Verfahren noch einmal geöffnet

Vattenfall will mehr Geld für deutsches Stromnetz

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Kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen mit einem Finanzinvestor über den Verkauf seines Hochspannungsnetzes in Deutschland hat der schwedische Stromkonzern das Verfahren noch einmal geöffnet. Das Unternehmen will einen höheren Preis erzielen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf Konzernkreise. Deshalb hat Vattenfall Gespräche mit weiteren Bietern aufgenommen und wille sich nun mehr Zeit nehmen.

Die Verhandlungen sind wieder offen. Das Ziel, den Verkauf bis Ende 2009 abzuschließen, gelte nicht mehr. Eine Gruppe bestehend aus der Investmentbank Goldman Sachs sowie den Infrastrukturtöchtern von Deutscher Bank und Allianz stand bereits kurz vor dem Zuschlag. Als Preis standen 500 Mio. Euro für das 9.500 km lange Stromtransportnetz von Vattenfall in Deutschland im Raum. Der Aufsichtsrat von Vattenfall Europe, der deutschen Tochter des schwedischen Konzerns, hatte bereits grünes Licht gegeben.

Nachdem E.ON in diesem Monat aber rund 1,1 Mrd. Euro und damit gut den doppelten Kaufpreis für sein nur wenig längeres Netz vom niederländischen Netzbetreiber Tennet erhalten hatte, sind die Energiemanager von Vattenfall misstrauisch geworden.

Vattenfall-Chef Lars Josefsson wolle offenbar unter allen Umständen Vorwürfen vorbeugen, er habe das deutsche Übertragungsnetz zu billig verscherbelt. "Unser Netz ist fast gleich lang wie das von E.ON, und es befindet sich nach hohen Investitionen in einem sehr guten Zustand", sagte ein Vattenfall-Insider dem Blatt.

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