Verdacht bei hohen Lantus-Dosierungen

Kein höheres Krebsrisiko bei künstlichem Insulin

Nach Berichten über ein höheres Krebsrisiko für Diabetiker, die das künstliche Insulin Lantus nehmen, hat die europäischen Arzneimittelbehörde EMEA vorerst Entwarnung gegeben. Die vorhandenen Untersuchungen lieferten keinen Grund zur Sorge, teilte der Beraterausschuss für Humanarzneimittel der EMEA am 23. Juli in London mit. Die Verschreibungsempfehlungen müssten daher nicht geändert werden.

Zuvor hatten zwei von vier Studien im Fachjournal "Diabetologia" nahegelegt, dass mit dem Insulin Lantus (Inhaltsstoff Glargin) behandelte Diabetiker besonders bei hohen Dosierungen etwas häufiger an Krebs erkrankten als diejenigen, die Humaninsulin bekamen.

Aus Sicht der Arzneimittelbehörde sind die Studien nicht beweiskräftig. Eine Prüfung der Ergebnisse habe gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen Lantus und Krebs weder bestätigt noch ausgeschlossen werden könne. Wegen der begrenzten Aussagekraft der Studien habe die Behörde Lantus-Hersteller Sanofi-Aventis gebeten, weitere Forschungen in diesem Feld auf den Weg zu bringen.