Schweinegrippe - Heimische Vorsorge funktioniert

Während in anderen Ländern wie in den USA, Großbritannien oder Südamerika täglich Hunderte Menschen an der Schweinegrippe erkranken, gibt es in Österreich nach wie vor nur vereinzelte Ansteckungen. "Das System funktioniert gut", urteilte der Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit, Hubert Hrabcik, am Mittwoch (8. Juli) nach einer Tagung des österreichischen Pandemie-Expertenstabes. Aus diesem Grund wurde die Beibehaltung der bisherigen Maßnahmen beschlossen.

Das bedeutet, dass der Schweinegrippe in Österreich weiterhin mit "Containment"-, sprich Eindämmungs-Maßnahmen, begegnet wird, erklärte Hrabcik. Andere Länder wie Großbritannien oder auch Dänemark haben bereits auf die Behandlung-Stufe ("Treatment"/"Mitigation") umgestellt, da die Schutzmaßnahmen durch die hohen Fallzahlen nicht mehr greifen. Labortests werden dort nur bei einzelnen Betroffenen in einer Infektionskette durchgeführt, Verdachtsfälle werden nicht mehr erfasst.

Die jüngsten Infektionen in der Salzburger Schwarzenberg-Kaserne in Wals-Siezenheim bei zwei Rekruten sieht Hrabcik als "gewisse Bewährung", da dort durch das dichtere Zusammenleben theoretisch rascher eine größere Infektionskette entstehen könnte. Derzeit gebe es in Österreich aber nach wie vor nur wenige Ansteckungsfälle - insgesamt 24, beruhigte der Generaldirektor. Zu Infektionen komme es außerdem weiterhin hauptsächlich durch Reisen, nur bei zwei Ausnahmefällen steckte sich jemand innerhalb des Landes an.

"Containment" bedeutet, dass in Österreich weiterhin jeder Verdachtsfall im Spital unter Quarantäne behandelt und im Labor getestet wird. Bei einer Ansteckung sind für eine Entlassung drei aufeinanderfolgende virus-negative Rachenabstriche notwendig.

Das EU-Seuchenkontrollzentrums ECDC berichtete am Dienstagabend über knapp 90.000 Ansteckungen außerhalb und gut 10.000 innerhalb der EU sowie weltweit mehr als 400 Todesfälle. In Libyen und Syrien gab es am Dienstag die ersten Infektionen, in Kroatien am Montag. Zwei vergangene Woche veröffentlichte Studien zeigten auf, dass der Erreger der Schweinegrippe bei Frettchen (sie werden besonders häufig zu menschlichen Grippe-Untersuchungen herangezogen Anm.) genauso leicht oder noch schneller übertragen wird als die gewöhnliche Influenza.