Draskovits will Nummer drei werden

TUI-Tochter BCD will Geschäftsreisemarkt pushen

BCD Travel Austria will den heimischen Geschäftsreisemarkt aufmischen und der Verkehrsbüro Group Konkurrenz machen.

"Wir wollen in den nächsten drei bis vier Jahren Nummer drei am österreichischen Markt werden. Der Umsatz soll von 20 auf 50 Mio. Euro zulegen", wird Norbert Draskovits, Ex-Vorstand des Verkehrsbüros und neuer BCD-Geschäftsführer im "WirtschaftsBlatt" zitiert.

Derzeit belegt BCD im Inland den sechsten Platz unter den Geschäftsreiseagenturen. Größter Anbieter ist die Verkehrsbüro Group, für die Draskovits auch zeitweise den Bereich Business Travel verantwortete, gefolgt von Carlsson Wagons Lits, American Express, HRG Hogg Robinson und BTU Raiffeisen.

"Unsere Klientel sind alle österreichischen und internationalen Unternehmen, die in CEE bereits Niederlassungen haben", so Draskovits. Punkten will der neue BCD-Chef mit "Mobilitätsberatung für die ganze Firma" auf der deutschsprachigen Online-Plattform "biztrail corporate".

In Österreich ist der Geschäftsreisemarkt (nur Flugreisen) rund 550 Mio. Euro schwer. Die Finanz- und Wirtschaftskrise werde im Gesamtjahr 2009 "zu einem Rückgang beim Umsatz in Höhe von 25 % führen, beim Ertrag zu einem Minus von 20 %", schätzt Draskovits. In Europa nehmen bereits 91 % der Geschäftsreisenden - freiwillig oder unfreiwillig - im Flugzeug die Economy Class, nur knapp 10 % fliegen Business. "Sämtliche Airlines stellen bereits die Business Class auf der Mittelstrecke infrage", sagte Draskovits der Zeitung.

Draskovits war bis April 2009 amtierender Vorstandsdirektor der Verkehrsbüro Gruppe. Erst am Montag war bekanntgeworden, dass er an die Spitze der BCD Travel Austria wechselt.