Porsche steckt in der Schuldenfalle

Porsche-Schulden über 10 Mrd. Euro gestiegen

Mit dem Plan einer fast kompletten Entschuldung in der Tasche bietet Porsche dem VW-Konzern vor der Schicksalsentscheidung die Stirn. Einen Tag vor dem Treffen der wichtigsten Köpfe bei der Feier zum 100-jährigen Jubiläum der VW-Marke Audi zeigte Porsche erneut, dass sich das Unternehmen nicht kampflos als zehnte Marke in den größten europäischen Autobauer einverleiben lassen will.

Ob der am Mittwoch bekannt gewordene Plan zum zehn Mrd. Euro schweren Befreiungsschlag mittels Kapitalerhöhung und Weitergabe von VW-Aktienoptionen gelingt, ist aber noch ungewiss. Denn auch der mächtige VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigner Ferdinand Piech müssten dabei mitziehen. Piech dürfte der Porsche-Plan aber gegen den Strich gehen.

Entscheidungen werden spätestens auf den Aufsichtsratssitzungen am 23. Juli erwartet, bei denen beide Firmen getrennt über die gemeinsame Zukunft beraten werden. Auf der vorläufigen Tagesordnung für das Treffen der VW-Kontrolleure tauchen die Namen Porsche und Katar allerdings nicht auf.

Porsche will sich offenbar unter anderem über eine fünf Mrd. Euro schwere Kapitalspritze seiner Altaktionäre und des Emirats Katar seiner Schulden nahezu völlig entledigen. Dabei werde Katar allein Stammaktien übernehmen, die Altaktionäre auch nicht stimmberechtigte Vorzugsaktien, wie zwei Insider sagten. Zusammen mit der Weitergabe des VW-Aktienoptionspakets an das arabische Emirat sollen insgesamt rund zehn Mrd. Euro in die Kasse gespült werden. Das entspricht in etwa dem derzeitigen Netto-Schuldenstand.

Piech strebt allerdings eine Integration des Stuttgarter Sportwagenbauers in den VW-Konzern an. Ob er die Katar-Pläne durchwinkt, ist ungewiss. Die allein stimmberechtigten Familien Porsche und Piech streiten seit Monaten über Wege zur Entschuldung des Konzerns.