RBI Raiffeisen International / Herbert STEPIC

Für 2011

RBI zahlt als einzige Großbank Dividende

Kapitalerhöhung bleibt für das Bankunternehmen weiterhin eine "Option".

Raiffeisen hat am Donnerstag für eine Überraschung gesorgt. Die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) zahlt ihren Aktionären für 2011 eine Dividende von 1,05 Euro je Aktie, in der gleichen Höhe wie 2010. Im Markt war eine scharfe Dividendenkürzung erwartet worden.

Für diese Ausschüttung nimmt der Konzern 205 Mio. Euro in die Hand. Damit ist die RBI die einzige der Großbanken in Österreich, die ihren Aktionären derzeit Dividenden zahlt. Die Erste-Aktionäre gingen wegen des dortigen hohen Verlusts leer aus. Und auch die Bank Austria cashte wieder nichts in Richtung ihrer Mailänder Aktionärin UniCredit.

Weniger überraschend war die Feststellung der RBI in einer morgendlichen ad-hoc-Meldung, dass eine Kapitalerhöhung eine mögliche Option sei. Am Vormittag ist Jahrespressekonferenz in Wien.

Ende September 2011 waren auf die Kapitalvorgabe der europäischen Aufsicht EBA (9 Prozent) rund 2,1 Mrd. Euro Kapitalbedarf für die RZB-Gruppe errechnet worden. Aktuell habe man schon 1,9 Mrd. Euro aufgestellt und 800 Millionen stünden vor der unmittelbaren Umsetzung. Maßnahmen für 300 Mio. Euro seien vorbereitet, hieß es heute. Die EBA-Kapitalquote sei für die RZB-Gruppe in Reichweite.

Bekannte Ergebnisse
Gar keine Überraschung mehr waren die Ergebnisse 2011, die hat der Konzern bereits vor einem Monat publiziert.

Es blieb dabei, der Nettogewinn der RBI lag mit 968 Mio. Euro um 11 Prozent unter dem des Vorjahres (1,087 Mrd. Euro). Der Gewinn je Aktie sank von 4,56 im Jahr 2010 auf 3,95 Euro im Jahr 2011.

Dabei hatte die Bank 2011 allerdings auch Sondereffekte aus der Abwertung eigener Schulden (Bewertungsgewinn daraus: 184 Mio. Euro) lukriert, ebenso halfen bessere Bewertungsergebnisse von Derivaten. Insgesamt gab es 2011 Bewertungsergebnisse von einigen hundert Millionen. Belastend verbucht wurden u.a. Firmenwertabschreibungen in der Ukraine (183 Mio. Euro) im vierten Quartal.

Das Betriebsergebnis war mit 2,355 Mrd. Euro um 2,8 Prozent rückläufig. Bis auf Ungarn gingen praktisch überall die Kreditvorsorgen zurück, in Summe um 11 Prozent auf 1,06 Mrd. Euro. Erstmals seit Jahren sank der Anteil der notleidenden Kredite (Non-performing-Loan-Ratio), nämlich um 0,3 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent.

Bilanzsumme gestiegen
Die Bilanzsumme der RBI (59.261 Mitarbeiter, 2.928 Filialen, 13,7 Millionen Kunden) ist 2011 um 12 Prozent auf 147 Mrd. Euro gestiegen.

 Im vierten Quartal lag der Konzern-Periodenüberschuss bei 222 Mio. Euro. Im Jahresabstand bedeutete das einen Rückgang um 27 Prozent, gegenüber dem 3. Quartal (130 Mio. Euro) aber einen Anstieg um 70 Prozent.

 RBI-Chef Herbert Stepic betonte, dass die Bank seit dem Beginn der Krise jedes Quartal in der Gewinnzone abgeschlossen habe. Die sich leicht verbessernden volkswirtschaftlichen Aussichten machten ihn auch für das Jahr 2012 zuversichtlich. 2011 sei das Filialnetz im Osten weiter "optimiert" und ein Kostensenkungsprojekt aufgesetzt worden.