Analysten erwarten RBS-Verluste von 5,3 Mrd. Pfund

Aktien als Prämien

RBS: Milliarden-Boni trotz Mega-Verlust

Verstaatlichte Royal Bank of Scotland hat 2009 trotz Milliarden-Staatshilfen weiter tief in den roten Zahlen gesteckt. Dennoch erhalten die Investmentbanker hohe Prämien. RBS-Chef Stephen Hester rechnet auch in diesem Jahr mit einem Minus.

Das Finanzinstitut machte im vergangenen Geschäftsjahr 3,6 Mrd. Pfund (derzeit 4,1 Mrd. Euro) Verlust. Das Minus lag damit deutlich unter dem Rekordverlust vom Vorjahr (24,1 Mrd. Pfund), das höchste Minus in der britischen Unternehmensgeschichte. Analysten hatten einen höheren Verlust erwartet. Die Aktie kletterte zu Börsenbeginn um knapp 8 % auf 39 Pence. "Das Erbe von Verlusten und Belastungen aus der Krise verschwindet", sagte Hester.

3,6 Mrd. Pfund Verlust - 1,6 Mrd. Pfund Boni

Trotz des hohen Verlustes bekommen die Investmentbanker insgesamt 1,3 Mrd. Pfund Boni. Die Prämien werden als rückforderbare Aktien ausgegeben und sind somit von der Bonussteuer ausgenommen, die auf ein Jahr befristet ist.

In der Bilanz sind dennoch 208 Mio. Pfund Bonussteuer ausgewiesen. Die staatliche Aufsichtsbehörde genehmigte die Bonuspläne. Die Investmentbanker hätten RBS auf die Erfolgsspur gelenkt, sagte Hester. Ihr Einsatz müsse auch wegen des starken Wettbewerbs um die besten Köpfe honoriert werden.

Der Chef der Bank will zwar auf seinen eigenen Bonus verzichten. Der Großteil von Hesters Gehaltspaket sieht jedoch eine Erfolgsprovision von 6,4 Mio. Pfund vor, sobald der Wert der RBS-Aktie 70 Pence überschreitet. Das Bankhaus, das zu einem Symbol  für die Finanzkrise wurde, gehört dem Staat nach einer beispiellosen Rettungsaktion zu 84 %. In den Jahren vor der Finanzkrise zählte RBS noch zu profitabelsten Banken der Welt. 2007 fiel ein Gewinn von mehr als 10 Mrd. Pfund an.