Ryanair

Hohe Treibstoffpreise

Ryanair verfehlt die Erwartungen

Überschuss brach im zweiten Quartal 29 Prozent ein, Umsatz stieg 11 Prozent.

Hohe Treibstoffpreise haben der irischen Fluggesellschaft Ryanair im ersten Geschäftsquartal einen Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich stand für die Monate April bis Juni ein Überschuss von 99 Mio. Euro und damit 29 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie Europas größter Billigflieger am Montag in Dublin mitteilte. Damit verdiente das Unternehmen weniger als von Analysten erwartet. Der um elf Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gestiegene Umsatz konnte die höheren Belastungen nur teilweise ausgleichen.

Die Aktie des Easyjet-Konkurrenten reagierte mit einem Kursverlust auf die Nachrichten. An der Londoner Börse ging es für das Papier bis zum späten Vormittag um 2,20 Prozent auf 3,821 Euro nach unten.

Nach Einschätzung von Ryanair-Chef Michael O'Leary werden die Aussichten für die kommenden Monate angesichts der schwachen Wirtschaftsentwicklung in Europa nicht besser. "Unser Ausblick für das laufende Jahr bleibt verhalten", sagte er. Der Manager rechnet weiterhin damit, dass der um Sondereinflüsse bereinigte Überschuss im Geschäftsjahr 2012/2013 auf 400 bis 440 Mio. Euro sinkt. Die schwache Wirtschaftsentwicklung in der Europäischen Union dürfte eine Anhebung der Ticketpreise erschweren.

Im Geschäftsjahr 2011/2012 hatte die Gesellschaft ihren Gewinn dank eines Sondererlöses um die Hälfte auf 560 Mio. Euro gesteigert. Auch ohne Sondereffekte war der Überschuss noch um ein Viertel auf 503 Mio. Euro gestiegen.

Für den Gewinnrückgang zwischen April und Juni machte O'Leary vor allem die stark gestiegenen Kerosinpreise verantwortlich. Insgesamt stieg die Treibstoffrechnung für Ryanair um mehr als ein Viertel auf 544 Mio. Euro. Zwar hat sich Ryanair für dieses Jahr schon den Großteil seines Kerosinbedarfs zu festen Preisen gesichert. Das Preisniveau liegt allerdings um gut ein Fünftel höher als ein Jahr zuvor.

Außerdem drückten laut Ryanair die Sparmaßnahmen in vielen europäischen Staaten auf die Ticketnachfrage. Preiserhöhungen seien dadurch schwierig. Zudem versuchte der Billigflieger Fluggäste an neu eröffneten Standorten unter anderem in Dänemark, Spanien und Polen mit Kampfpreisen anzulocken. Während hier weniger Geld hereinkam, musste Ryanair auf Flügen nach und aus dem Euro-Krisenland Spanien höhere Flughafengebühren schultern. Von April bis Juni waren insgesamt 22,5 Mio. Fluggäste mit Ryanair unterwegs, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor.