Peter Voser erwartet weiter schwierige Zeiten

Shell verbucht erneut weniger Gewinn

Der Rückgang der Öl- und Gaspreise hat Europas größtem Ölkonzern Royal Dutch Shell einen Gewinneinbruch von 70 Prozent beschert. Das Nettoergebnis bei dem britisch-niederländischen Unternehmen fiel im 2. Quartal 2009 nach Herausrechnung veränderter Kosten für Rohstoffbestände (CCS) auf 2,34 Mrd. Dollar (1,66 Mrd. Euro). Ohne Sonderposten belief sich das Ergebnis auf 3,15 Mrd. Dollar.

Shell-Chef Peter Voser, der seinen Posten erst in diesem Monat angetreten hat, gab jedoch einen düsteren Ausblick für die Ölbranche: "Wir rechnen nicht mit einer schnellen Erholung", sagte er. Der Konzern hat im ersten Halbjahr Kosten von 700 Mio. Dollar eingespart. Seit Anfang Juli strich der Ölmulti 20 Prozent der Stellen im Spitzenmanagement. Der bereits im Juni begonnene Restrukturierungsplan "Transition 2009" werde vor Jahresende abgeschlossen sein, erklärte Voser. "Dies wird Shell vereinfachen und die persönliche Verantwortlichkeit erhöhen."

Die Investitionskosten sollen im kommenden Jahr um zehn Prozent auf 28 Mrd. Dollar sinken. "Weitere substanzielle Reduzierungen des Mitarbeiterstabes sind wahrscheinlich", sagte Voser. Shell beschäftigt derzeit rund 102.000 Mitarbeiter.

Ungeachtet des Gewinnabsturzes zahlt Shell seinen Aktionären für das zweite Quartal 2009 eine Dividende von 0,42 Dollar pro Aktie. Das entspreche einer Steigerung um 5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2008. Im Vorjahr hatte Shell im zweiten Quartal noch einen Vorsteuergewinn zu Wiederbeschaffungskosten von 7,9 Mrd. Dollar erreicht. Im ersten Quartal dieses Jahres waren die Gewinne im Jahresvergleich um 58 Prozent gesunken.

Der Rückgang bei Shell fiel deutlich höher als bei dessen europäischem Konkurrenten British Petroleum (BP). BP hatte am 28. Juli für das zweite Quartal eine Abnahme seiner Gewinne um 53 Prozent auf 3,14 Mrd. Dollar gemeldet. Auch BP kündigte weitere Sparmaßnahmen an.