S&P: Keine rasche Aufstufung von EU-Krisenländern

Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) rechnet für die europäischen Krisenstaaten nicht mit schnellen Hochstufungen ihrer Bonitätsnoten. "Es müssen noch viele Hausaufgaben erledigt werden", sagte der unter anderem für Europa zuständige S&P-Experte Moritz Krämer am Dienstag. "Es gibt keinen Grund dafür, die Ratings anzuheben, solange sich die wirtschaftliche Basis nicht verbessert hat."

Die größten Fortschritte bescheinigte er Irland und Spanien. Die Bonitätsnote sei wegen der verbesserten Konjunkturaussichten für beide Länder bereits leicht heraufgesetzt worden. Soweit seien Griechenland und Zypern noch nicht. Daran ändere auch deren Rückkehr an den Kapitalmarkt nichts, wo sie sich nach längerer Pause wieder frisches Geld von Investoren leihen konnten. "Wenn man etwas aus der Krise der Eurozone lernen kann, dann wie schnell man den Marktzugang wieder verlieren kann", so Krämer.

Die Rating-Agenturen sind in der Schuldenkrise in die Kritik geraten. Ihnen wird vorgeworfen, viele Länder erst zu gut benotet, das Ausfallrisiko damit unterschätzt und dann die Krise durch Herabstufungen der Bonität noch verschärft zu haben.