Strategie-Wechsel

Streaming-Knall: Überraschende Änderung bei Disney

Bei Disney kommt es zu einem wichtigen Abgang in der Führungsriege. Der für das Streaming verantwortliche Top-Manager Ajay Arora verlässt das Unternehmen Ende April. 

Der Unterhaltungskonzern Disney ordnet seine Chefetage im wichtigen Streaming-Bereich neu. Wie aus einem internen Schreiben hervorgeht, wird Ajay Arora, der bisherige Senior Vice President für Produktmanagement und Technik, das Unternehmen am 30. April verlassen. Arora war in den vergangenen fünf Jahren maßgeblich für das Wachstum und das Account-Management von Plattformen wie Disney+ und den digitalen ESPN-Angeboten verantwortlich.

In einem an die Belegschaft gerichteten Memo bedankte sich Produkt- und Technikchef Adam Smith für die Arbeit seines Kollegen. Arora habe sich entschieden, „eine neue berufliche Möglichkeit zu verfolgen".

Neue Struktur bei Disney+

Gleichzeitig kündigte Smith im Schreiben eine weitreichende Umstrukturierung der Daten- und Technologie-Teams an. Zukünftig sollen die Bereiche Handel, Daten und Identität noch enger verzahnt werden. Die Leitung der Datenentwicklung übernimmt Alek Zdziarski, während Romit Mehta interimistisch für die Datenprodukte zuständig sein wird. Beide berichten künftig direkt an Tony Donohoe.

Disney Plus
© getty

Die Personalie fällt in eine entscheidende Phase für den Medien-Giganten. Disney steht unter massiven Druck, seine Streaming-Dienste gegenüber der harten Konkurrenz profitabler zu gestalten. Der Fokus liegt dabei zunehmend auf Werbeeinnahmen und der besseren Nutzung hauseigener Nutzerdaten.

Fokus auf Profitabilität

Laut dem internen Memo ist der Umbau Teil einer größeren Strategie, um das Streaming als „digitales Herzstück" der Beziehung zu den Konsumenten zu positionieren. Die Konzernführung erhofft sich durch die gestraffte Struktur schnellere Entscheidungen und eine effizientere Monetarisierung der Plattformen.

Anfang Mai wird Disney seine neuesten Quartalszahlen vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob die bisherigen Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung bereits erste Früchte tragen. Klar ist jedenfalls: Der radikale Umbau im Hintergrund geht weiter.

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