Haftstrafe für Haiders Banker
Haftstrafe für Haiders Banker

Styrian Spirit

Haftstrafe für Haiders Banker

Ex-Hypo-Manager Kulterer und Xander wurden wegen Untreue (nicht rechtskräftig) zu Haftstrafen verurteilt.

Knalleffekt in der Neuauflage des Untreue-Prozesses um einen Zwei-Millionen-Kredit der Hypo an die Pleite-Airline Styrian Spirit im Jahr 2005: Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer und sein ehemaliger Vorstandskollege Gert Xander wurden schuldig gesprochen: Kulterer fasste zweieinhalb Jahre, Xander zwei Jahre Haft aus. Außerdem müssen die Angeklagten der Hypo Schadenersatz in Höhe des Kredits zahlen – also zwei Millionen Euro plus Zinsen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Mit der Vergabe des Kredits hätten die Angeklagten ihre Befugnisse „wissentlich missbraucht und der Bank einen Schaden zugefügt“, sagte Richter Christian Liebhauser-Karl in der Urteilsverkündung. Während des Prozesses sei herausgekommen, dass bei der Vergabe des Hypo-Kredits an die Styrian Spirit „zum Schaden der Bank ein politischer Wille umgesetzt“ worden sei.

Haft plus Schadenersatz in Höhe von 2 Millionen
Zeugen hatten im Prozessverlauf mehrmals bekräftigt, dass der Kredit an die marode Airline ein Wunsch des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider gewesen sei. Und die Umsetzung solcher Wünsche von oben sei Vorstandssache gewesen. Mit dem Konkurs der Styrian Spirit 2006 waren die Millionen dann weg.

Im ersten Prozess zu der Causa 2011 waren die Angeklagten freigesprochen worden. Der Oberste Gerichtshof hatte die Urteile wegen Mängeln in der Begründung aufgehoben und den Prozess zurück an den Start geschickt. Die Verteidiger kündigten Nichtigkeitsbeschwerde und volle Berufung gegen die Urteile vom Freitag an.

Hypo: Viele weitere Klagen
Rund um die Kärntner Hypo ist eine Vielzahl an Klagen anhängig. Eine überraschende Wendung deutete sich am Freitag an: Der frühere Hypo-Investor und Kurzzeit-Chef der Bank, Tilo Berlin, überlegt offenbar einen „Seitenwechsel“ zur ehemaligen Hypo-Mutter, der Bayerischen Landesbank (BayernLB). Das würde laut „Süddeutscher Zeitung“ und „News“ die Position der Münchner bei ihrer 10-Millionen-Schadenersatzklage in Österreich stärken. Es geht um Details von Vorzugsaktien-Deals – die BayernLB bemängelt, nicht informiert worden zu sein.

Angela Sellner