Die ÖBB haben ein Imageproblem

Für knapp 2 Mio. Euro

Tschechische Bahn kauft alte ÖBB-Waggons

32 ausgediente Schnellzug-Waggons sollen nach Tschechien gehen.

Die tschechische staatliche Bahngesellschaft Ceske drahy (CD) wird von der ÖBB 32 ausgediente Schnellzug-Waggons aus dem Anfang von 80-er Jahren für insgesamt 48 Mio. Kronen (1,96 Mio. Euro) kaufen. Wie die tschechische Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" in ihrer Online-Ausgabe berichtete, ist der Vertrag noch nicht unterzeichnet, allerdings hätten bereits der Vorstand sowie Aufsichtsrat der tschechischen Bahn die Transaktion gebilligt.

Ersatz für DDR-Waggons
Die österreichischen Waggons sollen auf den Strecken zwischen Prag und Budweis sowie zwischen Prag und Cheb (Eger) eingesetzt werden, wo derzeit alte Waggons aus der DDR-Produktion fahren. Der Kauf wird seitens der Tschechen als "extrem vorteilhaft" betrachtet, weil für den genannten Preis man normalweise nur einen neuen Waggon kaufen könne, hieß es.

Laut Sprecher der tschechischen Bahn, Radek Joklik, müssen die Waggons von der ÖBB im Frühjahr übernommen werden. Man werde zwar daran bestimmte kleinere Reparaturen durchführen müssen, beispielsweise die Fenster ersetzen, allerdings sei die Qualität der Waggons "um eine Klasse höher" als jene aus der DDR-Produktion, so Joklik.

Seit Dezember 2010 erwägen die Tschechen auch den Kauf von 16 "Railjet"-Zügen für insgesamt 4,5 Mrd. Kronen (177,8 Mio. Euro), die ursprünglich für die ÖBB gedacht waren. Auf diese Züge hat die ÖBB bei Siemens eine entsprechende Option. Es müsse noch geklärt werden, ob das Geschäft mit EU-Recht vereinbar wäre, da der Kauf ohne Ausschreibung erfolgen soll.