Bank Austria-Mutter Unicredit schließt Zukäufe nicht aus

unternehmen

Bank Austria-Mutter Unicredit schließt Zukäufe nicht aus

Die italienische Großbank Unicredit mit ihrer deutschen Tochter Hypovereinsbank (HVB) will in Deutschland weitere Marktanteile gewinnen und schließt dabei auch Zukäufe nicht aus.

 "Derzeit kommen wir dabei durch organisches Wachstum gut voran", sagte Unicredit-Chef Andrea Orcel dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). Allerdings könnten Fusionen und Übernahmen ein Beschleuniger sein.

"Eine signifikante Erhöhung unseres Marktanteils in Deutschland wäre gut für die Unicredit als Ganzes", sagte der Manager. Allerdings seien Fusionen und Übernahmen nicht zwingend, meinte er. "Vielmehr bin ich angetreten, die Bank zu transformieren, neu auszurichten", betonte Orcel. "Unser wahrer Wert liegt nicht in Übernahmen, sondern findet sich in der Bank selbst." Mit der Entwicklung in Deutschland sei er "sehr zufrieden", nachdem die HVB im ersten Halbjahr das beste Ergebnis seit zehn Jahren erzielt habe.

Die zweitgrößte Bank in Italien und Konzernmutter der Wiener Bank Austria hatte Ende Juli nach einem unerwarteten Gewinnsprung ihre Jahresziele angehoben. Zudem hatte Orcel erklärt, für Zukäufe gut gewappnet zu sein.

Orcel führte aus, weiterhin Möglichkeiten für einen Ausstieg aus dem Russland-Geschäft zu suchen. "Seit dem ersten Tag des Kriegs suchen wir nach Optionen für einen Exit – aber eine, bei der unsere Mitarbeiter unterstützt und unsere Kundinnen weiter betreut werden." Es gebe eine Reihe von Optionen, aber immer mehr Einschränkungen, da die Zahl der sanktionierten Unternehmen weiter steige.