Metaller-Lohnverhandlungen auf Montag vertagt

Auch die 4. Runde der Lohnverhandlungen in der Metallindustrie hat keine Einigung gebracht. Nach einem 19-stündigen Verhandlungsmarathon, bei dem zwischenzeitlich schon eine Einigung zum Greifen nahe schien, wurden die Gespräche auf Montag vertagt. Sollte es keine Einigung geben, kommt es am Dienstag zu bundesweiten Betriebsversammlungen, die dann direkt in Kampfmaßnahmen übergehen.

"Wir haben die weitere Vorgangsweise völlig klar ausgeschildert", hieß es von Arbeitnehmerseite nach Verhandlungsende am Samstag, fünf Uhr früh. Ansonsten gaben sich sowohl Metaller-Chefverhandler Wimmer und sein Gegenüber, Hermann Haslauer, nach den Gesprächen äußerst wortkarg. Haslauer verwies lediglich auf die Fortsetzung der Verhandlungsrunde am Montag. Wimmer und Angestellten-Verhandler Proyer zeigten sich zuversichtlich, doch noch zu einer Lösung zu kommen.

Bei einer Sitzungspause am Freitag gegen 22 Uhr war noch alles eitel Wonne, nachdem die Verknüpfung von Lohnerhöhung und Arbeitszeitflexibilisierung vom Tisch war. Über letztere sollte demnach bis zum Frühjahr ein Kompromiss gefunden werden, der dann auch rasch umgesetzt werden sollte. Doch dies war bereits wenige Minuten später Geschichte. Aus Verhandlungskreisen hieß es, dass die Gewerkschaft bei einer Nichteinigung mit einem Überstundenboykott am Wochenende gedroht hatte, woraufhin es am Verhandlungstisch sehr laut wurde. Stunden später kam es dann zur Vertagung.

Knackpunkt bei den bisherigen Runden war die von Arbeitgeberseite geforderte Arbeitszeitflexibilisierung. Die Industrie will die Durchrechnungszeiträume für Überstunden und die maximal erlaubte tägliche Arbeitszeit ausweiten sowie einen Zuschlag zu bereits vorhanden Überstundenzuschlägen streichen. Die Arbeitnehmer sehen in den Forderungen eine Lohnkürzung durch die Hintertür.

Im Vorjahr einigten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach vier Runden auf einen Lohnabschluss. Vor einigen Tagen hatte sich das Metallgewerbe auf eine Lohnerhöhung von 1,45 % geeinigt, dass die Industrie darunter bleibt gilt als äußerst unwahrscheinlich.