VW-Skandal: Winterkorn will bleiben

Gewinnwarnung

VW-Skandal: Winterkorn will bleiben

6,5 Milliarden Euro werden heuer "ergebniswirksam zurückgestellt".

Volkswagen -Chef Martin Winterkorn tritt wegen der Vorwürfe um Abgas-Manipulationen in den USA nicht zurück. Es wäre falsch, wenn wegen der schlimmen Fehler einiger weniger, die ehrliche Arbeit von 600.000 Menschen unter Generalverdacht gerät, sagte Winterkorn in einem Video-Statement, das auf der Webseite des Konzerns veröffentlicht wurde.

Vorstandschef Martin Winterkorn hat öffentlich um Entschuldigung gebeten. In einem Video-Auftritt versprach er am Dienstag rasche und transparente Aufklärung und Wiedergutmachung. Er meinte: "Die Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren unseres Konzerns widersprechen allem, für was Volkswagen steht. Auch ich habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht die Antworten auf alle Fragen."

Der 68-Jährige betonte: "Es tut mir unendlich leid, dass wir dieses Vertrauen enttäuscht haben. Ich entschuldige mich in aller Form bei unseren Kunden, bei den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit für das Fehlverhalten."

Gerüchte um Ablöse

Angesichts des Abgas-Skandals bei Volkswagen hat Konzernchef Martin Winterkorn einem deutschen Zeitungsbericht zufolge das Vertrauen des Aufsichtsrates verloren und soll abgelöst werden. Winterkorn habe nicht mehr das Vertrauen des Gremiums, zitierte der "Tagesspiegel" (Mittwochsausgabe) Aufsichtsratskreise. Nachfolger des 68-Jährigen soll demnach Porsche-Chef Matthias Müller werden.

Die Affäre zwingt Europas größten Autobauer Volkswagen zu einer Gewinnwarnung. Deshalb würden im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden Euro "ergebniswirksam zurückgestellt", teilte VW am Dienstag in Wolfsburg mit.

Dadurch werde das Ergebnis im laufenden Jahr geschmälert, kündigte der Konzern an. Die Ergebnisziele würden entsprechend angepasst.

Die Software zur Manipulation der Abgaswerte ist nach Angaben des Volkswagen-Konzerns auch in weiteren Dieselfahrzeugen eingebaut. Weltweit seien elf Millionen Fahrzeuge betroffen, erklärte Volkswagen am Dienstag.

Die VW-Aktie schmierte indes ab. Zu Mittag lag sie zeitweise mit 20 Prozent im Minus.