Auftragsflaute bei Schweizer Maschinenbauern

Die Schweizer Maschinenindustrie leidet weiter unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Wie der Präsident des Branchenverbandes Swissmem, Johann Schneider-Ammann, der Zeitung "Sonntag" sagte, sind die Aufträge der Swissmem-Betriebe im zweiten Quartal 2009 um bis zu 25 Prozent eingebrochen.

Im ersten Quartal war der Einbruch mit einem Minus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal noch heftiger. "Nun ist eine Bodenbildung sichtbar", sagte der FDP-Nationalrat im Interview. Er hoffe, dass "uns die Krise im MEM-Sektor nicht mehr als etwa 25.000 Arbeitsplätze" koste. Das sei etwa die Hälfte der in den Jahren 2004 bis 2007 in der Branche neu geschaffenen Stellen.

Schneider-Ammann verteidigte die umstrittenen Lohnkürzungen etwa bei Rieter und Alu Menziken. Er sei zwar "kein Freund von pauschalen Lohnkürzungen", sagte er. "Wenn aber die Mitarbeiter so kostbar sind wie bei der Ammann Gruppe und man gezwungen wird, die fixen Personalkosten zu senken, dann würde ich Lohnkürzungen einem Stellenabbau vorziehen."

Allerdings müsste man Führungskräften, die in guten Zeiten mehr profitiert hätten, in schlechten Zeiten beim Lohn auch "mehr zumuten" können. Schneider-Ammann ist auch VR-Präsident und CEO des Baumaschinenherstellers und Anlagenbauers Ammann im bernischen Langenthal.

Der Swissmem-Präsident geht davon aus, dass die aktuelle Wirtschaftskrise die Geldbeutel der Schweizer Bevölkerung schmälern wird. Er gehe von einem Kaufkraftverlust der Schweizerinnen und Schweizer aus. "Nach der Krise wird die Kaufkraft wohl da und dort schwächer sein, als zuvor - selbst wenn es zu keiner Inflation kommt", sagt er der Zeitung.