Investitionen in eigene Forschung und Entwicklung

AVL schnürt Maßnahmenpaket gegen Krise

Der steirische Hightech-Motoren- und Testsystemhersteller AVL will angesichts von Auftragsrückgängen für die Jahre 2009 und 2010 keinen größeren Mitarbeiterabbau durchführen und setzt stattdessen auf Maßnahmen wie unter anderem auf Gehaltsverzicht. Dies teilte das Unternehmen mit. Außerdem soll zur Überbrückung von Auftragsrückgängen in eigene Forschung und Entwicklung investiert werden.

Ab 2011 zeichnet sich laut Unternehmensprognose eine Erholung im Stammgeschäft wie auch bei Aufträgen in der Entwicklung und Optimierung von Hybrid-, Elektrifizierungs- und Batterietechnologien ab. "Die derzeitig herausfordernde Situation des weltwirtschaftlichen Umfeldes und speziell des Automobilsektors macht auch vor der AVL List GmbH nicht Halt", hieß es. Nachdem für das heurige und das kommende Jahr mit Auftragsrückgängen zu rechnen sei, zeichne sich eine Entspannung für das Jahr 2011 ab.

Zur Überbrückung dieses Zeitraums bis 2011 schnürt AVL ein umfassendes Maßnahmenpaket inklusive eines freiwilligen Gehaltsverzichtes für Mitarbeiter. Dies beinhaltet u.a. strukturelle Kostenanpassungen, eine Senkung der Gemeinkosten, die Reduktion von Dienstreisen, den Abbau von Urlaubstagen sowie eine Flexibilisierung von Arbeitszeiten. Das hochqualitative Know-how der Mitarbeiter soll so in der AVL gehalten werden und für zukünftige Projekte zum Tragen kommen.

Freiwilliger Gehaltsverzicht

Weiters werden alle Mitarbeiter zu einem freiwilligen Gehaltsverzicht längstens bis Ende 2010 aufgerufen, um einen Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze zu leisten. Noch im Mai hatte AVL-CEO Helmut List gemeint, einschneidende Maßnahmen wie Kurzarbeit oder freiwilliger Lohnverzicht seien "aus heutiger Sicht kein Thema". Die AVL beschäftigt 4.500 Mitarbeiter im Konzern, davon über 2.000 in Graz.

Das Modell eines "solidarischen, sozial gestaffelten und freiwilligen Gehaltsverzichtes" wurde von der Geschäftsführung in Verhandlungen mit dem Betriebsrat erstellt. Es orientiert sich am Brutto-Jahreseinkommen: Mitarbeiter bis zu einem Brutto-Gehalt unter 30.000 Euro fallen nicht in die Regelung. Ab 30.000 Euro wird dazu aufgerufen, auf einen Teil des Einkommens zu verzichten, wobei dieser Verzicht in Prozentschritten von fünf bis zu maximal 18 Prozent entsprechend des Gehaltes zum Tragen kommen soll. Im Durchschnitt wird mit acht Prozent pro Mitarbeiter gerechnet.

Die Geschäftsführung selbst verzichtet auf 25 Prozent ihres Einkommens. Ähnliche Maßnahmenpakete werden auch für andere AVL-Gesellschaften an weltweiten Standorten zum Einsatz kommen. Man wolle auf die "Solidarität der Mitarbeiter" setzen, um die "derzeitige Talsohle durchschreiten zu können". Nach starken Wachstumsjahren, zuletzt ein Umsatzplus von 18 Prozent, werde heuer ein Umsatzrückgang von rund 15 Prozent erwartet.