700 Tonnen Stahlbänder zu produzieren

Erster MedAustron-Auftrag geht an voestalpine

Das in Wiener Neustadt geplante Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum hat seinen ersten Auftrag vergeben. Nach einer EU-weiten Ausschreibung wird die voestalpine Stahl in Linz 700 t speziell beschichtete Stahlbänder für die Herstellung von rund 300 Elektromagneten für den Teilchenbeschleuniger liefern.

Das Auftragsvolumen liegt bei rund 800.000 Euro. Um ein einheitliches physikalisches Verhalten aller 300 Einzelmagneten sicherzustellen, werden alle 30 unterschiedlichen Magnetserien, unabhängig vom jeweiligen Produzenten, aus ein und demselben Rohmaterial von einem Lieferanten gebaut, erklärte der technische Projektleiter Michael Benedikt. Als nächste wichtige Etappe des Projekts nannte Benedikt die bereits laufende Ausschreibung der Hauptmagnetserien.

MedAustron soll 2014 als Zentrum für Ionentherapie und Forschung in Betrieb gehen. In einem kreisförmigen Beschleuniger sollen (Wasserstoff-)Protonen und Kohlenstoff-Kerne auf hohe Energien gebracht und dann an drei Therapieplätzen dazu eingesetzt werden, Tumore zu bestrahlen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen derartigen Methoden entfalten die Strahlen aus Wasserstoff- oder Kohlenstoffkernen ihre Wirkung besonders dort, wo sie sollen - nämlich im Tumor - während das umliegende, gesunde Gewebe geschont wird. Aufgrund der hohen Präzision der Methode sollen auch Tumoren in oder um lebenswichtige Organe behandelbar werden.

Rund 1.200 Patienten sollen pro Jahr von der Therapie profitieren. Zusätzlich ist ein eigener Bereich geplant, wo der Protonen- und Kohlenstoffstrahl für - nicht nur medizinische - Grundlagenforschung genutzt werden kann.