2009 war für Postchef Pölzl ein schwieriges Jahr

AK attackiert

Post zahlte ihren Chefs Rekord-Gage

Der Streit um die Post eskaliert. Personalvertreter Gerhard Fritz beharrt auf außerordentliche Aufsichtsratssitzung. Und: Die Gagen der Chefs stehen unter Beschuss.

Die geplante Schließung weiterer Postfilialen lässt den Streit zwischen der Belegschaftsvertretung und Management sowie Aufsichtsrat weiter eskalieren. Dass die Erträge der Filialen und das Bankgeschäft rückläufig seien und der Post die Kunden in Scharen davonliefen, zeige das Scheitern des Konzepts, empört sich Gerhard Fritz, oberster Personalvertreter. Vorstandschef Georg Pölzl widersprach heftig. „Aber wir haben die Fakten schwarz auf weiß“, kontert Fritz.

Fritz beharrt daher vehement auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 29. Juni. Im zwölfköpfigen Postaufsichtsrat sitzen mit Fritz insgesamt vier Personalvertreter. Sie werden kommen. Um beschlussfähig zu sein, müssten mindestens sechs Aufsichtsräte teilnehmen. Und darunter müsste sich auch Aufsichtsratschef und ÖIAG-Boss Peter Michaelis oder seine Stellvertreterin Edith Hlawati, Rechtsanwältin in Wien, befinden, so Fritz im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Michaelis will von nichts wissen. Michaelis dürfte den Termin boykottieren und will erst am 20. Juli zur nächsten ordentlichen AR-Sitzung erscheinen. „Grob fahrlässig“, findet das Fritz. Fritz habe bei Michaelis bereits am 19. Mai die Bildung eines Unterausschusses wegen der Ertragsproblematik angeregt und Michaelis sei damals selbst für einen Sonderaufsichtsrat gewesen. „Jetzt will er von nichts wissen“, ärgert sich Fritz.

Kritik an Manager-Gagen

Massive Kritik kommt jetzt auch von der Arbeiterkammer. So seien die Vorstandsvergütungen für das Jahr 2009 pro Kopf um 46,8 % auf durchschnittlich 763.000 gestiegen – der höchste Zuwachs aller ATX-Unternehmen. Und bei einem gesunkenen Konzerngewinn von 79,7 Mio. Euro seien trotzdem 101,3 Mio. Euro Dividende ausgeschüttet worden. AK-Präsident Herbert Tumpels zynischer Kommentar dazu: „Die Post ist spitze: bei Dividenden, Managerbezügen und Personalabbau.“