US-Wirtschaft verliert im 1. Quartal an Schwung

US-Wirtschaft verliert im 1. Quartal an Schwung

Die US-Wirtschaft hat im ersten Quartal 2010 an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Jänner bis März mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,2 % zu, wie das Handelsministerium mitteilte. Analysten hatten mit 3,4 % gerechnet. Im 4. Quartal hatte es mit 5,6 % noch den stärksten Zuwachs seit mehr als 6 Jahren gegeben. 

Gebremst wurde das Wachstum von der geringeren Exportdynamik. Die Ausfuhren legten mit 5,8 % schwächer zu als die Importe mit 8,9 %. Ende 2008 waren die Exporte noch um 22,8 % gestiegen. Der Dollar-Kurs kletterte seit Jahresbeginn wegen der Schuldenkrise Griechenlands um mehr als 6 % zum Euro, was amerikanische Waren im Ausland verteuerte.

Dagegen stiegen die privaten Konsumausgaben - die etwa 70 % der gesamten US-Wirtschaftsleistung ausmachen - so kräftig wie seit drei Jahren nicht mehr. Sie wuchsen um 3,6 % und damit mehr als doppelt so stark wie zuvor. "Die Leute geben wieder Geld aus", sagte Analyst Michael Woolfolk von BNY Mellon.

"Das ist der Beginn einer breit angelegten Erholung." Möglich macht dies die Trendwende am Arbeitsmarkt. Im März gab es mit 162.000 neuen Jobs den stärksten Stellenzuwachs seit drei Jahren. Zuvor hatten in der schwersten Rezession seit Jahrzehnten mehr als 8 Mio. Amerikaner ihren Arbeitsplatz verloren.

Im Vertrauen auf eine stärkere Nachfrage stockten die Unternehmen ihre Lager um einen Wert von mehr als 31 Mrd. Dollar auf. Das kurbelte ebenfalls das Wachstum an. Außerdem investierten die Firmen wieder mehr in Software und Ausrüstungen wie Maschinen oder Fahrzeuge.

Analysten rechnen mit einer anhaltenden Erholung. "Das sind gute, solide Zahlen", sagte Ward McCarthy von Jefferies & Co. "Sie sind der letzte Beweis dafür, dass wir es mit einem nachhaltigen Aufschwung zu tun haben." Der IWF sagt der weltgrößten Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 3,1 % voraus.

Damit würde der Einbruch aus dem Krisenjahr 2009 mehr als wettgemacht, als es mit 2,4 % den stärksten Rückgang seit 1946 gegeben hatte. Zum Vergleich: Für Deutschland rechnet der IWF mit einem Plus von 1,2 % nach einem Minus von 5,0 % im vorigen Jahr.