Deutsche Drogeriekette Schlecker

Betriebsratswahlen

Zustände bei Schlecker sorgen für Unmut

Die Gewerkschaft fordert einen Neuausschreibung der Wahl.

Die bei der Drogeriemarktkette Schlecker bevorstehenden Betriebsratswahlen sind laut Arbeitnehmervertretern mit gröberen demokratischen Mängeln behaftet. Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) spricht von einem "verunglückten Auftakt" und fordert den Wahlvorstand nun eindringlich auf, die für 2. März anberaumte Wahl neu auszuschreiben. An die Geschäftsführung appelliert GPA-Vizechef Karl Proyer eindringlich, den mehr als 3.500 Angestellten "klar zu signalisieren, dass jeder von ihnen das Recht hat, ohne Konsequenzen für den Betriebsrat zu kandidieren".

Kritik
Der derzeitige Wahlvorstand wurde von nur 20 Angestellten gewählt, kritisiert die Gewerkschaft. Schuld daran sei unter anderem, dass für die Mitarbeiter österreichweit nur drei Teilbetriebsversammlungen zur Information über die Neuwahl abgehalten wurden. Sie fanden irgendwo in den Bundesländern statt und waren daher für die große Mehrheit der Beschäftigten schwer erreichbar.

Kandidatur zurückgezogen
Eine Reihe von Schlecker-Mitarbeitern hätten ihre signalisierte Bereitschaft für Kandidatur kurzfristig wieder zurückgezogen. Die Gewerkschaft führt dies auf "Druck von oben" zurück und schließt auch "rechtliche Schritte gegen übereifrige Führungskräfte" nicht mehr aus. Darüber hinaus sei die Einreichfrist für für kandidierende Listen terminlich zu knapp kalkuliert.

"Die Geschäftsführung wäre gut beraten, endlich eine halbwegs vernünftige Betriebsratswahl zu gewährleisten", so Proyer. Die Paktfähigkeit des Schlecker-Managements und die Vertrauensbasis für weitere Verhandlungen stünden auf dem Prüfstand.