Corona-Ampel

Vier rote Bezirke: Was jetzt kommt

Die Corona-Lage eskaliert immer mehr. Anschober kündigt baldige Verschärfungen an.

Wien, Salzburg, Innsbruck, Linz. Die Corona-Zahlen in Österreich explodieren – am Donnerstag wurde ein neuer Rekord an Neuinfektionen erreicht: 1.552 Fälle in 24 Stunden. Salzburg war denn auch das erste Land, das die Notbremse zog und eine Gemeinde – Kuchl im Bezirk Hallein – unter Quarantäne stellte.

Ampel-Sitzung. Um so brisanter war die Sitzung der Corona-Ampel-Kommission am Donnerstagnachmittag. Die Experten der AGES gingen mit neun Bezirken in die Sitzung, die sie aufgrund der Infektionszahlen der letzten sieben Tage auf Rot stellen wollten – darunter etwa St. Veit an der Glan (Kärnten), Rohrbach (OÖ), St. Pölten (Stadt, NÖ) sowie Imst und Schwaz in Tirol). 

Widerstand. Nur: Schon in den vergangenen Ampel-Sitzungen war der Widerstand gegen eine Rot-Stellung so groß, dass es bestenfalls zu Orange gekommen war. Auch diesmal entgingen fünf Bezirke der höchsten Corona-Warnstufe. Letztendlich auf Rot – es ist das erste Mal, dass das passiert – umgestellt wurden Hallein (Salzburg), Wels-Stadt (OÖ), Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land (beide Tirol). Insgesamt 17 Bezirke wechseln von Gelb auf Orange.

© TZOe
Vier rote Bezirke: Was jetzt kommt
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Bald 3.000–4.000 Fälle am Tag? Doch es könnte ohnehin noch viel schlimmer kommen: In der AGES schließt man nicht aus, dass es rund um die Grippesaison, die im Dezember so richtig losgeht, pro Tag bis zu 3.000 bis 4.000 Infektionen geben könnte. 

Spitäler überlastet? 3.000 Fälle sei ein Wert, der dann schon zu einer Überlastung der Spitäler bzw. Intensivbetten führen könnte.

Immer älter. Und noch etwas ist alarmierend: Das ­Alter der Infizierten wird immer höher. „Wir haben jetzt schon 60 bis 70 Cluster in Pflegeheimen. Das ist besorgniserregend“, sagte man bei der AGES.

Das passiert bei Rot

Die AGES-Experten werden diesmal regionale Maßnahmen vorschlagen.

Light. Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer hat bereits es bereits vorexerziert. Er führt in seinem Land regionale Corona-Maßnahmen ein, so wird Kuchl bei Hallein unter Quarantäne gestellt (siehe links). Und auch Tirol zog am frühen Abend nach und verschärfte die Corona-Regeln. Das sind die konkreten Maßnahmen, die wohl die Empfehlung der Ampel-Experten vorwegnahm:

Bei Rot frühere Sperrstunden & Registrierung

  • Veranstaltungen & Feiern: In Salzburg werden private Feiern außerhalb der eigenen Wohnung verboten. Das Land führt weiters ein generelles Veranstaltungsverbot ein, wenn es keine zugewiesenen Sitzplätze gibt – egal ob indoor oder outdoor. In Tirol dürfen nur mehr Veranstaltungen mit zugeteilten Sitzplätzen bis maximal 250 Personen stattfinden, die Getränke-Ausschank wird untersagt. Zudem dürfen nur mehr 100 Menschen an Beerdigungen teilnehmen.
  • Gastronomie: In beiden Ländern wird eine Gastro-Registrierungspflicht eingeführt wie sie schon in Wien und den orangen Bezirken in Niederösterreich gilt. Die Sperrstunde um 22.00 Uhr bleibt aufrecht.

Schulen: Homeschooling in Oberstufen kommt

  • Schulen: In Rot-Bezirken werden auch die Oberstufen-Schulklassen ausgedünnt. Das heißt: Schichtbetrieb und ein Ausbau des Home Schoolings. Im Bildungsministerium setzt man jetzt alle Hoffnungen auf die Herbstferien, die am 23. Oktober beginnen und bis zum 3. November dauern. Dieser Lockdown light werde die Infektionszahlen wieder senken. In Tirol wird indessen auch an Fachhochschulen und Unis das Distance Learning ausgeweitet.

Eines ist aber klar: Einen großflächigen Lockdown wie im Frühjahr werden die Experten der Ampelkommission nicht vorschlagen, sondern „nur“ regionale Maßnahmen. Die Regierung will in den nächsten Tagen aber auch neue bundesweite Maßnahmen verkünden.



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