Millionen Smartphones liegen ungenutzt herum

Wertvolle Rohstoffe verstauben

Millionen Smartphones liegen ungenutzt herum

In den Schubladen verstauben Tonnen an wertvollen aber auch gefährlichen Rohstoffen.

Für den Index "Mobiltelefon-Elektronikschrott 2021" hat das deutsche Re-Commerce-Unternehmen Rebuy für 27 Staaten weltweit erhoben, wie viele "abgelegte"  Mobiltelefone  jeweils wiederverwendet oder recycelt werden könnten. 771 Millionen Mobiltelefone waren es, die zusammen 23.964 Tonnen potenziellen Elektronikschrott auf die Waage bringen würden, aber auch Edelmetalle wie Gold, Palladium oder Kupfer enthalten, mit einem Verkaufswert von 1,9 Milliarden Euro.

Gründe für die Nichtnutzung

Als "abgelegt" galten für die Studie Smartphones, wenn sie nicht mehr genutzt, aber noch nicht entsorgt worden sind. "Viele dieser Geräte funktionieren wunderbar, aber sind einfach nicht das neueste Modell oder liegen nicht im aktuellen Trend", kommentierte Rebuy-CEO Philipp Gattner das Ergebnis. Für Gattner wäre es "fantastisch, wenn dieser Index dazu beitragen würde, die Menschen dazu zu bringen, ihre alten Mobiltelefone ordnungsgemäß zu recyceln, zu spenden oder weiterzugeben." Rund drei Milliarden Menschen auf der Welt hätten nämlich überhaupt kein Mobiltelefon.

Schweden auf Platz 1

Schweden hat demnach pro Kopf die meisten abgelegten Mobiltelefone, im Durchschnitt 1,31 - somit gibt es dort mehr abgelegte Mobiltelefone als Einwohner. Das gilt auch für Finnland (1,29, zweiter Platz), das Vereinigte Königreich, Litauen und Estland (1,24). Österreich findet sich in dieser Liste auf dem achten Platz mit 1,17. Am anderen Ende der Liste findet sich indes Neuseeland, wo es nur 0,54 abgelegte Handys pro Kopf gibt, es folgen die USA und Kanada mit 0,6 bzw. 0,68 Handys - erstes Land in Europa ist Polen mit 0,76 auf dem vierten Rang.

Situation in Österreich

Bei der Analyse wurde zudem errechnet, wie viel CO2 anfiele, wenn die gesamten abgelegten Mobiltelefone neu produziert würden, ebenso die Gesamtmenge der Giftstoffe - Blei, Arsen und Quecksilber - die ins Erdreich gelangen könnten, wenn der Elektronikschrott nicht ordnungsgemäß entsorgt würde. Im Fall von Österreich ergab das etwa 3.571 Kilogramm an problematischen Stoffen die bei fachgerechter Entsorgung vermieden werden könnten - 9,5 Tonnen betrug die Menge an vermeidbarem CO2. Im Vergleich schnitt hier Deutschland mit 77.3 Tonnen CO2 ein wenig besser hab, berücksichtigt man die Einwohnerzahlen.

Deutsche beim Recyceln vor uns

Mit 67 Prozent ist bei den Nachbarn in Deutschland auch die Gesamtrecycling-Quote etwas höher als in Österreich, wo sie 58 Prozent beträgt. Schlusslicht ist hier Rumänien mit gerade einmal elf Prozent, Slowenien schneidet mit 75 Prozent am besten ab. 84 Prozent war indes die errechnete Recycling- und Wiederverwertungsquote nur bei Mobiltelefon in Deutschland, und somit nicht mehr weit entfernt von jener in Slowenien mit 88 Prozent. "Unsere Daten zeigen klar, dass die Recyclingquoten für Mobiltelefone erheblich höher als die Gesamtrecyclingquoten sind, was belegt, dass die allgemeine Öffentlichkeit über das Thema Elektronikschrott besser informiert ist. Trotzdem werden jedes Jahr noch Millionen Tonnen Elektronikschrott fälschlich in den allgemeinen Müll geworfen", so CEO Gattner zu diesem Aspekt des Index.
 



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