Windows XP-Support endet: Alle Infos

Microsoft macht ernst

Windows XP-Support endet: Alle Infos

Nach rund 13 Jahren gibt es für das Betriebssystem keine Updates mehr.

Am 8. April 2014, also genau dann, wenn das große Update für Windows 8.1 veröffentlicht wird, geht eine andere Software-Ära zu Ende. Microsoft beendet die Unterstützung seines Betriebssystems Windows XP . Rund 13 Jahre hat die Software nun schon auf dem Buckel und gehört damit zu den absoluten Oldtimern der Softwareindustrie. Dennoch erfreut sich das Betriebssystem noch immer großer Beliebtheit. Weltweit dürfte es nach Erhebungen von Statcounter auf rund 17 Prozent aller Computer in Betrieb sein. Es gab zuletzt aber auch Schätzungen, die bis zu 30 Prozent reichten. In Österreich wird der Anteil auf 15 Prozent geschätzt. Doch das sollten die Nutzer so schnell wie möglich ändern. Denn für Hacker und Kriminelle sind Rechner, die nach wie vor mit Windows XP laufen, ein gefundenes Fressen und leichte Beute. Neben Sicherheitsexperten hat sogar Microsoft vor der weiteren Nutzung des Programms bereits mehrmals gewarnt .

Keine Aktualisierung, Probleme mit Treibern, etc.
Das Ende des Supports bedeutet für alle Nutzer, dass es für die Plattform ab diesem Zeitpunkt keine Updates, Aktualisierungen und technische Unterstützung mehr geben wird. Alle Anwender, die nach dem 8. April weiterhin Windows XP nutzen, setzen sich damit Gefahren wie Viren, Spyware und anderer schädlicher Software aus. Zudem werden viele Hardware-Hersteller keine Treiber mehr für Windows XP zur Verfügung stellen, so dass aktuelles PC-Zubehör möglicherweise nicht mehr einwandfrei funktioniert.

Letzte Chance für Privatanwender
Vor allem private Nutzer, die noch einen XP-Rechner im Einsatz haben, sollten sich also beeilen. Experten raten dringend davon ab, das System weiter zu betreiben - erst recht, wenn der Rechner ans Internet angeschlossen ist. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI erwartet etwa, dass sich Kriminelle derzeit bewusst zurückhalten, um bereits gefundene Sicherheitslücken zum Stichtag auszunutzen. Auch die heimischen IT-Sicherheitsexperten von cert.at (Computer Emergency Response Team) raten nachdrücklich von der weiteren Verwendung von Windows XP ab. „Der Einsatz veralteter Software ist noch immer das häufigste und beste Einfallstor für Internetkriminelle“, so Robert Schischka, Leiter von cert.at. „Angreifer nützen bevorzugt Sicherheitslücken in Betriebssystemen und anderer Software aus, um auf diesem Weg unbemerkt Rechner mit Viren, Trojaner oder sonstige Malware zu infizieren. Die Vorfälle der letzten Zeit zeigen uns deutlich, dass sich Windows XP zu einem massiven Sicherheitsproblem entwickelt. Wir appellieren daher eindringlich daran, stattdessen auf aktuelle Betriebssysteme zu setzen, die deutlich mehr Schutz bieten.“ Nach Schätzungen von Microsoft ist das Risiko, sich mit Schädlingen zu infizieren, unter XP ohnehin 21 Mal höher als etwa unter Windows 7.

Microsoft hat für jene, die auf Windows 7 oder 8 aufrüsten wollen, einen Leitfaden veröffentlicht. Es gibt aber auch Alternativen. So können sich Nutzer etwa ein alternatives Betriebssystem wie Linux oder Ubuntu auf die alten Geräte aufspielen. Letztere sind übrigens kostenlos.

Tipps für Firmen
Unternehmen riet das Analysten-Haus Ovum zuletzt, sich möglicherweise Alternativen zu überlegen, bevor sie Hunderte von Rechnern und Laptops mit einem neuen Betriebssystem aufrüsten. So könnten die alten Rechner etwa durch Virtualisierungs-Software ersetzt werden, erklärte Analyst Richard Edwards. Laptops mit Windows XP könnten zum Beispiel auch durch günstige Tablets mit Android-System ersetzt werden, die in Anschaffung und Service günstiger seien. Rund 30 Prozent der Unternehmen weltweit würden aber XP weiter nutzen müssen, weil einige ihrer Systeme nur auf diesem System liefen, schätzt der IT-Sicherheitsdienstleister McAfee. Durch eine gezielte Einschränkung der Nutzerrechte und den Einsatz besserer Sicherheitssysteme könnten sich kleine und mittelgroße Unternehmen jedoch schützen. Zahlreiche Sicherheitsrisiken könnten zum Beispiel schon dadurch ausgeschlossen werden, dass die Benutzerrechte entsprechend der Zuständigkeiten der Mitarbeiter eingeschränkt werden, erklärt McAfee.

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