Kate & William: ÖSTERREICH-Reporter berichtet LIVE

Blog aus London

Kate & William: ÖSTERREICH-Reporter berichtet LIVE

ÖSTERREICH-Reporter live in London: Herbert Bauernebel berichtet von der Traumhochzeit.

 

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Kate & William: ÖSTERREICH-Reporter berichtet LIVE
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Freitag, 29. April 2011: Es ist soweit - heute steigt die Märchenhochzeit des Jahrhunderts. Prinze William und Kate Middleton geben sich das Ja-Wort. Hier bloggt ÖSTERREICH-Reporter Herbert Bauernebel:

12:00 Uhr: Während Will seine Kate heiratet und zur Prinzessin macht, muss ich los, um einen Platz an der „Mall“ für den Vorbeizug der Kutschen-Parade zu ergattern. Im St. James Park sitzen Menschen andächtig im Gras, über Lautsprecher tönt die Übertragung der Hochzeitsmesse. Einige trinken Sekt, andere schauen zufrieden auf den nahen Teich. Großbritannien genießt seinen Traumtag. Als die Hymne „God save the Queen“ gesungen wird, wacheln die Zehntausenden entlang der Route mit den Fahnen.

11:51 Uhr: Wenige Minuten vor dem Höhepunkt der Kirchenankunft standen die Massen Schulter an Schulter. Plötzlich bricht wieder Jubel los, der Bräutigam William, ausgestattet mit den neuen Adelstiteln und der prächtigen, knallroten Galauniform eines „Colonel“ der Irischen Garde, samt goldenen Schulterklappen, Knöpfen und einem Schwerthalter, steigt aus. Eine Farbige, gekleidet in einem Kleid aus Briten-Flaggen, geht in die Knie, ruft: „Mein Gott! Die Sonne kommt raus!“ Und Tatsächlich: Sonnenstrahlen dringen durch die Wolkendecke, hellen die gotischen Gemäuer der Abtei auf. Menschen starren gebannt in den Himmel, jemand murmelt: „Was für ein gutes Zeichen!“

11:45 Uhr: Queen Elizabeth II ernennt wie die offizielle Website „officialroyalwedding2011.org“ vor 9 Uhr verlautete, das Paar zum Herzog und Herzogin von Cambridge, William wurde zusätzlich zum Grafen von Strathearn (Schottland) und Baron von Carrickfergus (Nordirland) befördert. Warum Cambridge? „Das war vielleicht eine der wenigen Grafschaften, deren Titel noch nicht vergeben waren“, sinniert Grindfield. Die Wolken hängen inzwischen weiter bedrohlich über dem Gotteshaus, doch entluden sich bisher nicht. Zehnmal tönt die Glocke des „Big Ben“, es wird ernst mit der Megashow der Briten-Monarchie.

10:52 Uhr:  Das massive Sicherheitsaufgebot wird inzwischen weit sichtbarer: Zwei Polizei-Helikopter knattern über dem Areal, auf den Dächern wurden Scharfschützen platziert. 5.000 Polizisten und 1.500 Soldaten bewachen die Hochzeit des Jahrzehnts, sollen Störmanöver abwenden und auch Demos fernhalten. Am Vorabend wurden drei Radikale im Londoner Stadtteil Brookley verhaftet, die Puppen des royalen Hochzeitspaares mit einer angefertigten Guillotine in der Öffentlichkeit köpfen wollten.

10:13 Uhr: Zwei Stunden vor dem Hochzeitsbeginn ist nun fast jeder Quadratzentimeter des Straßen- und Gehsteigrasters um die Westminster Abbey ausgefüllt. Richard Bransons Fluglinie „Virgin Airlines“ ließ Karton-Stetoskope verteilen, mit denen via zwei Spiegeln über die Köpfe der Massen gesehen werden kann. Tausende ragen in die Luft, die Szene erinnert bereits an die Neujahresfeiern am New Yorker Times Square. Die ersten Busse mit ausländischen Botschaftern rollen zur Abtei, die Menge jubelt ihnen zu, jedoch zunächst eher, um sich warm und in Stimmung zu halten.

09:15 Uhr:  Was wird die Braut tragen?
Kates Brautkleid, mit dem sie zum Beginn der einstündigen Zeremonie durch das Portal schreiten wird, beschäftigt derzeit alle. Die Britenblätter hatten zuletzt noch spekuliert, dass der Label des verstorbene Alexander McQueen ans Werk ging, nachdem eine der Designerinnen beim Hotel „The Goring“, wo Kate die letzte Nacht verbrachte, gesichtet wurde.

Wetter unbeständig
Durch die dünne Wolkendecke blinzelt ab und wann die aufsteigend Sonne durch. Doch Meteorologen hatten noch am Morgen vor Regenschauern gewarnt – wenn auch die zunächst befürchteten Gewitter-Platzregen ausbleiben dürften.

Vielen Wartenden gingen in der Nacht trotz aller Vorfreude doch die Nerven durch: Als die Polizei einige Flächen zur Straßenreinigung freimachte, erzählt mir die Lehrerin Patrice Petel (23) aus Neuseeland, die fröstelnd auf einem Elektroschaltkasten hockt, „kam es zu Schreiduellen, Rangeleien und fast Faustkämpfen um die besten Plätze vor der Kriche“. Doch nun tickt der Countdown, die Euphorie wächst minütlich.

06:05 Uhr: Es ist ein feuchtkalter Morgen in London, seit 5 Uhr früh strömen den Massen ins Zentrum zur Westminster Abbey, dem Buckingham-Palast und der Parade-Route dazwischen. Sie ziehen singend über die „Thames“-Brücken, zwängen sich mit voller Vorfreude im Gesicht aus den Stiegenaufgängen der „Underground“.

Viele schleppen ganze Arsenale patriotischer Utensilien: Vor allem „Union Jacks“ in allen Größen sind zu sehen, gefertigt aus Papier, Stoff oder Plastik. Am beliebtesten scheint die Version mit dem strahlenden Portrait des königlichen Hochzeitspaares aufgedruckt. Einige haben sich eingewickelt darin, als Schutz vor der Kälte.

Ich marschierte um 6:30 Uhr Ortszeit (7:30 Uhr MEZ) über die Westminster Bridge. Obwohl sich die Plätze hinter den Stahlgittern rasch füllten, war ein flottes Durchkommen bis zur Abbey noch möglich. Die Karneval-Atmosphäre ist zu diesem Zeitpunkt, obwohl tausende die Nacht bei nur 8 º C im Freien verbrachten, noch ungebrochen: Sprechchöre hallen über den Platz vor dem 1546 erbauten, gotischen Prachtbau. Als der nahe „Big Ben“ sieben Mal läutet, braust Jubel auf: Noch vier Stunden bis zur Vorfahrt der Brautleute!

 

 

Seite 2: So erlebte ÖSTERREICH-Reporter Herbert Bauernebel den Donnerstag:

 


Bereits am Tag vor der Hochzeit war London im totalen "Kate"-Fieber versunken. Um 17:44 Uhr Ortszeit, Donnerstag, hatte für die hunderten Fans vor der Luxus-Absteige "The Goring" das für viele stundenlange Warten ein Ende: In einer schwarzen Limo fuhr Kate Middleton vor, ein Konvoi mit gelben Westen bekleideter Polizisten auf Motorrädern hatte sie beschützt. 

Diashow: Letzte Nacht vor der Hochzeit: Hier checkt Kate im Hotel ein

Kate Middleton hat sich am Abend vermutlich zum letzten Mal öffentlich vor der Hochzeit gezeigt und der Menge vor ihrem Hotel zugewunken.

Die 29-Jährige unterhielt sich am Donnerstagabend vor der Tür des Londoner Luxushotels Goring mit dem Hotelbesitzer

Mit dabei waren ihre Mutter Carole und ihre Schwester Philippa.

Die Braut von Prinz William (28) stieg aus einem schwarzen Jaguar aus.

Sie trug ein schwarzes Kleid mit weißen Punkten und eine helle Jacke.



Die Familie Middleton hat das Luxus-Hotel komplett gemietet.

Das Hotel gehört weltweit zu den besten.

Tausende Schaulustige belagern den Eingang. Ein Gast versteckt sich unter einer Haube.

Sie steigt es, es gibt kein Halten mehr: Menschen kreischen, halten die Handy-Kameras hoch, rufen "Kate! Kate!" Und wieder: "Kate! Wir lieben dich!!" Die Braut – zu diesem Zeitpunkt noch 17 Stunden von ihrer Beförderung zur Märchenprinzessin entfernt und in weißer Bluse und engem, schwarzen Rock gekleidet – lässt sich Zeit, während das Klicken der Dutzenden Paparazzi lauter wird. Sie grüßt das Personal des Hotels freundlich , dreht sich zur jubelnden Menge, winkt freundlich. 

Jetzt fallen sich Menschen vor Freude in die Arme
"Die Liebe diese Paares verzückt die ganze Welt", erzählte mir Patty Payes (62), die aus New York anreiste. Sie ist gemeinsam mit ihrer besten Freundin Lynne Natarajan da: "Es ist ein Girls Trip sozusagen – gleich nachdem sie ihre Verlobung bekannt gaben, rief sich sie an und wir buchten die Reise nach London sofort". 

Tausende verbrachten die Nacht auf den Straßen entlang der Parade-Route, der Westminster Abbey und dem Buckingham-Palast. Viele sind royale Veteranen: "Ich war hier, als Diana heiratete und dann auch bei Fergie", erzählt Carleen Quirk (50): "Auch diesmal war es mir die Reise aus Australien wert". 

Super-Stimmug auf den Straßen
Es herrscht eine ausgelassenen Karnevals-Stimmung, einige haben Wein und Sekt mitgebracht, drei ältere Damen deckten sogar einen Klapptisch für eine Mittagsmahl auf der Straße. Sie feiern die große Kate-und-Will-Show – mit Stil.

Schon am Donnerstag brachten gut 5.000 Fans den Verkehr in Zentral-London vor der Abbey fast zum Stillstand, immer hilfloser stemmten sich die "Bobbies" gegen die Menschenmassen.