Vom einstigen Enfant terrible zum Dauergast auf der Londoner Anklagebank: Russell Brand sieht sich angesichts neuerlicher Vergewaltigungsvorwürfe mit einer massiven Ausweitung seines juristischen Sündenregisters konfrontiert.
Russell Brand, einst das exzentrische Enfant terrible der britischen Unterhaltungsindustrie, bleibt seiner Rolle als Provokateur treu – auch wenn der Schauplatz mittlerweile nicht mehr die Bühne, sondern der Southwark Crown Court in London ist.
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Der 50-Jährige sieht sich mit einer immer dichter werdenden Beweislast konfrontiert. Am Dienstag erweiterte die Staatsanwaltschaft das Dossier gegen den Moderator und Schauspieler um zwei weitere gewichtige Punkte: Ein neuer Vorwurf der Vergewaltigung sowie ein weiterer Vorwurf des sexuellen Übergriffs stehen nun im Raum. Brand, der den Gerichtssaal in gewohnt eigenwilliger Manier betrat – im weit aufgeknöpften Leopardenhemd, mit Fedora-Hut und einer Bibel unter dem Arm –, wies die Anschuldigungen entschieden zurück und plädierte auf „nicht schuldig“.
Ein Muster wird zur Anklageschrift
Die neuen Vorwürfe datieren laut Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2009 und betreffen Vorfälle in London mit zwei verschiedenen Frauen. Es ist jedoch längst nicht das erste Mal, dass sich Brand vor der Justiz verantworten muss. Vielmehr scheint sich ein düsteres Muster zu verfestigen:
- Bereits im Mai des vergangenen Jahres plädierte Brand in einem separaten Verfahren auf nicht schuldig.
- Damals ging es um zwei Vergewaltigungsvorwürfe, zwei sexuelle Übergriffe sowie einen unsittlichen Übergriff.
- Diese mutmaßlichen Taten sollen sich zwischen 1999 und 2005 in London und Bournemouth ereignet haben und betreffen insgesamt vier Frauen.
Mit der jüngsten Erweiterung umfasst die Liste der Anklagepunkte mittlerweile sieben Fälle. Ob die neuen Vorwürfe mit dem bereits für Juni anberaumten Prozess zusammengelegt werden, soll eine Anhörung im März klären. Brands Verteidigung erbat sich indes Bedenkzeit, um die zusätzliche Aktenlage zu sichten. Bis auf Weiteres bleibt der Brite gegen Kaution auf freiem Fuß.
Russel Brand mit Bibel
Vom Rampenlicht in den Zeugenstand
Den Stein ins Rollen brachten im Jahr 2023 investigative Recherchen der Sunday Times, der Times und des TV-Magazins Dispatches (Channel 4). Die Enthüllungen erschütterten das Bild des Mannes aus Essex, der sich als Stand-up-Comedian und Gesicht von Shows wie „Big Brother’s Big Mouth“ sowie durch seine Radiosendungen bei der BBC eine beachtliche Popularität erarbeitet hatte.
Nun wird die Justiz darüber zu befinden haben, ob hinter der Fassade des schrillen Entertainers ein System des Missbrauchs verborgen lag.