Alexander Pereira und Elisabeth Kulman

Kultur

Eklat: Pereira bereit, Zahlen vorzulegen

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 "Es liegt in keiner Weise in meinem Interesse, Lügen über Kulman zu verbreiten."

In der Auseinandersetzung mit der Sängerin Elisabeth Kulman untermauerte am Donnerstagnachmittag Salzburgs Festspiel-Intendant Alexander Pereira seine Argumente. Sollte sich die Mezzosopranistin zu rechtlichen Schritten gezwungen fühlen, "bin ich gerne bereit, meine Argumentation vor Gericht mit Zahlen zu untermauern", teilte er in einem Brief an Kulman, der auch der APA zur Verfügung gestellt wurde, mit. "Liebe Frau Kulman, es liegt in keiner Weise in meinem Interesse, Lügen über Sie zu verbreiten", so Pereira.

Verweis auf Liste
Das Angebot an Kulman für ihr diesjähriges Engagement bei den Festspielen sei aufgrund der Angaben der internationalen Gagenliste der deutschen Opernkonferenz unterbreitet worden, und Kulman habe dies auch akzeptiert, so Pereira. "Sie wissen, falls diese Liste stimmt (was ich annehme, da sich sämtliche Opernhäuser danach richten), was Sie an den jeweiligen Häusern von 2011 bis 2015 verdient haben bzw. verdienen werden. Aus diesem Papier stammt meine Aussage, dass Sie in diesem Jahr mit Ihrer Gage in Salzburg 1.000 bis 1.500 Euro im Vergleich zu anderen Häusern über der Norm liegen." Zudem verwies der Intendant auf ein Schreiben der Gewerkschaft für Kunst und Medien vom heurigen Juli, in dem die Festspiele für ihre soziale Überzeugung gelobt worden seien.

Zwist eskaliert
Der Streit zwischen Kulman und Pereira am 22. August eskaliert, nachdem der Intendant  einen Tag vorher gesagt hatte, Kulman verdiene in Salzburg um den genannten Betrag mehr als auf der Gagenliste angeführt. Die Sängerin hat daraufhin mit einer Klage wegen Rufschädigung gedroht. "Mit seiner Behauptung ... hat Alexander Pereira nicht nur das Thema meiner eigentlichen Kritik an der von ihm eingeführten Streichung der Probenbezahlung völlig verfehlt, sondern überdies glatt gelogen." Auslöser der Auseinandersetzung war zuvor Kulmans Kritik an den Festspielen wegen nicht bezahlter Probenarbeit und zeitlich zu enger Disposition von Proben und Aufführungen besonders in der Oper "Falstaff". Ihre Initiative "art but fair" wird mittlerweile auch von Sängerinnen wie Laura Aikin oder Edita Gruberova unterstützt.

 
 

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